19. November 2025

Shopify vs. Etsy 2025: Der große Vergleich mit Gebührenrechner

Christian Schmelzle
Christian Schmelzle CEO & Co-Founder digitalsprung
Shopify vs. Etsy Vergleich: Welche Plattform passt zu dir?

Shopify vs. Etsy, das ist eine der meistgestellten Fragen unter deutschen Online-Verkäufern. Die kurze Antwort: Etsy ist ein Marktplatz, Shopify eine eigenständige E-Commerce-Plattform. Wer handgemachte Produkte, Vintage-Artikel oder digitale Downloads verkauft, findet auf Etsy sofortigen Traffic. Wer eine eigene Marke aufbauen, Gebühren senken und unabhängig wachsen will, kommt an Shopify irgendwann nicht mehr vorbei.

In diesem Guide findest du:

  • Die echten Gebühren auf Etsy vs. Shopify, mit konkreten Rechenbeispielen und interaktivem Rechner
  • Ab welchem Monatsumsatz Shopify günstiger wird als Etsy
  • Für welche Verkäufertypen welche Plattform passt
  • Den Wechsel von Etsy zu Shopify in 5 konkreten Schritten
  • Was mit Kundendaten, Bewertungen und SEO beim Umzug passiert
  • Die steuerlichen und datenschutzrechtlichen Unterschiede, die für Deutschland relevant sind

Was ist der Unterschied zwischen Shopify und Etsy?

Der grundlegende Unterschied zwischen Shopify und Etsy ist das Geschäftsmodell.

Etsy ist ein Online-Marktplatz. Du betreibst einen Untershop innerhalb der Etsy-Plattform. Deine Kunden besuchen etsy.com, nicht deine eigene Website. Du profitierst vom Etsy-Traffic, zahlst aber bei jedem Verkauf eine Provision. Etsy entscheidet, wie sichtbar deine Produkte sind.

Shopify ist eine E-Commerce-Plattform, mit der du deinen eigenen Onlineshop unter deiner eigenen Domain aufbaust. Du zahlst eine feste Monatsgebühr, behältst aber die volle Kontrolle über Design, Kundendaten, Marketing und Marke.

MerkmalEtsyShopify
TypOnline-MarktplatzEigene E-Commerce-Plattform
Domainetsy.com/shop/deinshopdeinshop.de
KundendatenGehören EtsyGehören dir
TrafficEingebaut durch MarktplatzDu generierst ihn selbst
EinstiegKostenlos, sofort startbereitAb 29 USD/Monat, Einrichtung nötig
BrandingBegrenztVollständig kontrollierbar
GebührenmodellProvision pro VerkaufFeste Monatsgebühr
SkalierbarkeitDurch Gebühren begrenztUnbegrenzt mit Shopify Plus
SEOFür Etsy-Suche optimierenFür Google optimieren

Beide Plattformen sind keine direkten Konkurrenten, sondern bedienen unterschiedliche Phasen in der Entwicklung eines Online-Verkäufers.

Etsy als Plattform: Was der Marktplatz wirklich leistet und wo er an Grenzen stößt

Etsy ist kein schlechter Ort. Etsy ist ein spezifischer Ort. Mit über 96 Millionen aktiven Käufern weltweit (2024) ist der Marktplatz eine Einkaufsstraße für ein bestimmtes Publikum: Menschen, die gezielt nach handgemachten Produkten, Vintage-Artikeln, personalisierten Geschenken und digitalen Downloads suchen.

Die echten Stärken von Etsy für Online-Verkäufer

Als Etsy-Verkäufer profitierst du direkt vom organischen Such-Traffic der Plattform. Du brauchst zu Beginn kein SEO-Wissen, kein Werbebudget, keinen eigenen Traffic-Aufbau. Ein Etsy-Shop ist in 30 Minuten eingerichtet, ohne Hosting, ohne Domain-Setup, ohne technische Vorkenntnisse. Genau das ist der Vorteil von Etsy vs. Shopify am Anfang.

Dazu kommt: Neue Verkäufer profitieren vom Vertrauen, das Etsy-Käufer der Plattform entgegenbringen. Dieses Vertrauen baut man sich auf einem eigenen Onlineshop erst auf. Und für handgemachte Produkte, Kunsthandwerk, Keramik, Schmuck und Vintage gibt es auf Etsy eine aktive Community, die genau das sucht, was du anbietest.

Die echten Grenzen von Etsy als Online-Marktplatz

Dein Shop heißt etsy.com/shop/deinname, nicht deinname.de. Selbst wenn du als Etsy-Händler bekannt bist, gehört die Markenbekanntheit zur Etsy-Plattform, nicht zu dir. Die E-Mail-Adressen deiner Kunden kannst du nicht für eigenes Marketing nutzen. Ob deine Produkte überhaupt gesehen werden, entscheidet Etsy. Ein Algorithmus-Update kann deinen Traffic über Nacht halbieren.

Dazu kommt die Gebührenstruktur: Je mehr du verkaufst, desto mehr zahlst du an die Plattform. Bei 500 EUR Umsatz sind die Gebühren noch verkraftbar. Bei 5.000 EUR übersteigen sie schnell den Shopify-Monatsplan um das Vierfache. Und Millionen weiterer Verkäufer bieten ähnliche Artikel an, während der Etsy-Algorithmus entscheidet, wer sichtbar ist.

Wie der Etsy-Suchalgorithmus wirklich funktioniert

Das Etsy Search Ranking entscheidet, welche Produkte Käufern angezeigt werden. Wer Etsy vs. Shopify vergleicht, sollte verstehen, welche Signale hier zählen:

  1. Relevanz: Wie gut passen Titel, Tags und Produktbeschreibung zur Suchanfrage des Käufers?
  2. Shop-Qualitätsscore: Bewertungen, Verkaufshistorie, vollständiges Profil und geringe Stornierungsquote
  3. Click-through-Rate (CTR): Wie oft klicken Käufer auf dein Listing in den Suchergebnissen?
  4. Konversionsrate: Wie viele Klicks führen zu einem Kauf?
  5. Listingaktualität: Kürzlich aktualisierte oder neue Listings werden bevorzugt

Kurz gesagt: Du optimierst für Etsy, nicht für Google. Alle Arbeit, die du in deine Listings steckst, bleibt auf der Etsy-Plattform. Deiner eigenen Website hilft sie nicht.

Die Etsy-Offsite-Ads-Falle ab 10.000 USD Jahresumsatz

Einen Aspekt, den kaum jemand kennt, bis er ihn am eigenen Umsatz spürt: Ab 10.000 USD Jahresumsatz zwingt Etsy dich zur Teilnahme an “Offsite Ads”.

Konkret: Etsy schaltet Werbung für deine Produkte auf externen Plattformen (Google Shopping, Facebook, Instagram, Pinterest) und berechnet dir dafür 12 Prozent Provision auf jeden Sale, der über diese Anzeigen entsteht. Unter 10.000 USD Jahresumsatz beträgt die Provision sogar 15 Prozent, und die Teilnahme ist optional.

Du hast keine Kontrolle darüber, wann und wo diese Werbung erscheint, und du kannst die Kampagnen nicht pausieren. Bei manchen Verkäufern macht diese Offsite-Ads-Provision 15 bis 20 Prozent aller Transaktionen aus, was die effektive Gesamtgebühr erheblich erhöht, weit über die nominalen 6,5 Prozent Transaktionsgebühr hinaus.

Shopify im Überblick: Dein eigener Onlineshop statt Platz auf einem Marktplatz

Shopify ist nicht die “günstigere Alternative” zu Etsy. Shopify ist eine fundamental andere Art zu verkaufen: Du baust ein eigenes Unternehmen auf, keinen Untershop auf einer fremden Plattform.

Was du mit Shopify wirklich bekommst

Du entscheidest alles, von der Schriftart bis zur Checkout-Seite. Mit individuellen Shopify Checkout-Anpassungen lässt sich jedes Detail der Kaufabwicklung auf mehr Conversions trimmen. Alle E-Mail-Adressen, Kaufhistorien und Kundendaten gehören dir. Beides ist die Voraussetzung für E-Mail-Marketing und Stammkundenpflege, die auf Etsy schlicht nicht möglich sind.

Auf Shopify zahlst du eine feste Monatsgebühr, keine prozentuale Provision. Steigt dein Umsatz von 2.000 auf 20.000 EUR, verdoppeln sich deine Shopify-Kosten nicht. Die Etsy-Gebühren steigen proportional mit. Für SEO optimierst du auf Shopify direkt für Google: Meta-Titel, Canonical-Tags, strukturierte Daten, Backlink-Aufbau. Unsere Shopify SEO-Tipps zeigen, wie du systematisch organischen Traffic aufbaust.

Dazu kommen über 8.000 Apps im Shopify App Store für Treueprogramme, Abo-Modelle, B2B-Funktionen und Buchhaltungsanbindungen. Die besten Shopify-Apps helfen dir, den Shop gezielt zu erweitern. Über eine zentrale Oberfläche verkaufst du auf deiner Website, auf Instagram, Facebook, Google Shopping und Amazon gleichzeitig.

Die Herausforderungen mit Shopify

Shopify bringt dir keine Laufkundschaft. Du brauchst SEO, Paid Ads, Social Media oder E-Mail-Marketing, um Besucher auf den Shop zu bekommen. Das erfordert Zeit oder Budget, oft beides. Die Ersteinrichtung ist aufwändiger als bei Etsy: Theme wählen, Domain verbinden, Shopify Payments einrichten, rechtliche Pflichtseiten anlegen. Und die Monatsgebühr läuft, auch wenn du in einem Monat wenig verkaufst. Für Shops mit sehr unregelmäßigem Umsatz kann das eine Rolle spielen.

Shopify vs. Etsy: Gebühren im direkten Vergleich mit konkreten Zahlen

Etsy gilt bei vielen als günstiger Einstieg. Die reale Kostenrechnung zeigt ein anderes Bild.

Etsy-Gebühren 2025 im Detail (Deutschland)

GebührentypBetragAnmerkung
Einstellgebühr pro Listing0,18 EURAlle 4 Monate pro Artikel
Transaktionsgebühr6,5 %Auf Artikelpreis und Versandkosten
Zahlungsabwicklung (Etsy Payments DE)4 % + 0,30 EURPro Verkauf
Offsite Ads (unter 10K USD/Jahr)15 %Optional, auf Ads-generierte Sales
Offsite Ads (ab 10K USD/Jahr)12 %Verpflichtend, auf Ads-generierte Sales
Etsy Plus (optional)10 USD/MonatErweiterte Shop-Features

Wichtig: Die 6,5 Prozent Transaktionsgebühr gilt auch auf den Versandpreis. Wer 5 EUR Versandkosten berechnet, zahlt darauf zusätzlich 0,33 EUR Gebühr. Das überrascht viele Verkäufer.

Reale Gesamtgebühr in Deutschland: 11 bis 16 Prozent des Umsatzes, ohne Offsite Ads. Mit Offsite Ads kann der Wert deutlich höher liegen.

Shopify-Gebühren 2025 im Detail

PlanMonatsgebührShopify Payments (DE)Transaktionsgebühr
Basic29 USD (~27 EUR)1,8 % + 0,25 EUR0 % bei Shopify Payments
Shopify79 USD (~74 EUR)1,6 % + 0,25 EUR0 % bei Shopify Payments
Advanced299 USD (~280 EUR)1,4 % + 0,25 EUR0 % bei Shopify Payments

Die vollständige Übersicht aller Pläne und was sie beinhalten findest du in unserem Artikel zu den Shopify-Kosten.

Konkretes Rechenbeispiel: 100 Verkäufe à 50 EUR (5.000 EUR Monatsumsatz)

Etsy:

  • Transaktionsgebühr (6,5 %): 325 EUR
  • Zahlungsabwicklung (4 % + 0,30 EUR): 230 EUR
  • Einstellgebühren (anteilig): 5 EUR
  • Gesamt: 560 EUR (11,2 % des Umsatzes)

Shopify Basic:

  • Monatsgebühr: 27 EUR
  • Shopify Payments (1,8 % + 0,25 EUR): 115 EUR
  • Gesamt: 142 EUR (2,8 % des Umsatzes)

Unterschied: 418 EUR pro Monat, 5.016 EUR pro Jahr.

Geld, das du auf Shopify in Marketing, Produktentwicklung oder Lagerbestand stecken kannst, statt es als Gebühren abzugeben.

Gebührenrechner: Was zahlst du wirklich auf Etsy vs. Shopify?

Stelle deinen Monatsumsatz ein, der Rechner schätzt die realen Kosten beider Plattformen.

 EUR
100 EUR 20.000 EUR
 EUR
5 EUR 300 EUR
Etsy (geschätzt)
EUR/Monat
ca.  % deines Umsatzes
Transaktionsgebühr (6,5 %): EUR
Zahlungsabwicklung (4 % + 0,30 EUR): EUR
Einstellgebühren (anteilig): EUR
Shopify Basic (geschätzt)
EUR/Monat
ca.  % deines Umsatzes
Monatsgebühr Plan: 27 EUR
Shopify Payments (1,8 % + 0,25 EUR): EUR
Transaktionsgebühr: 0 EUR (bei Shopify Payments)
💡
Monatliche Ersparnis mit Shopify: EUR
Das sind EUR pro Jahr, die du in Wachstum investieren kannst.
Empfehlung: Bei diesem Umsatzniveau bringt Etsy noch Vorteile durch eingebaute Reichweite. Ideal zum Testen neuer Produkte.
Empfehlung: Du bist im Break-even-Bereich. Wenn du Markenaufbau planst oder eine E-Mail-Liste aufbauen willst, macht Shopify jetzt schon Sinn.
Empfehlung: Bei diesem Umsatzniveau ist Shopify deutlich günstiger. Dazu behältst du alle Kundendaten und volle Markenkontrolle.

Schätzwerte auf Basis offizieller Etsy-Gebühren (DE) und Shopify Basic. Etsy Offsite Ads (12 % ab 10.000 USD/Jahr) sind nicht eingerechnet, was Etsy bei höheren Umsätzen noch teurer macht.

Ab welchem Umsatz lohnt Shopify gegenüber Etsy?

Bei der Entscheidung Etsy vs. Shopify ist diese Frage oft entscheidend: Ab wann wird die feste Monatsgebühr von Shopify günstiger als die prozentualen Etsy-Gebühren?

MonatsumsatzEtsy-Gebühren (ca. 12 %)Shopify Basic (27 EUR + ca. 2 %)Monatliche Ersparnis
300 EUR36 EUR33 EUR3 EUR
600 EUR72 EUR39 EUR33 EUR
1.000 EUR120 EUR47 EUR73 EUR
2.000 EUR240 EUR67 EUR173 EUR
5.000 EUR600 EUR127 EUR473 EUR
10.000 EUR1.200 EUR207 EUR993 EUR

Faustformel: Ab ca. 600 bis 800 EUR Monatsumsatz ist Shopify Basic in der Regel günstiger als Etsy, wenn du Shopify Payments nutzt. Je mehr Umsatz, desto größer wird der Unterschied.

Etsy Offsite Ads sind in dieser Rechnung noch nicht drin. Wer über 10.000 USD Jahresumsatz (ca. 9.300 EUR) macht und 20 Prozent der Sales über Offsite Ads generiert, zahlt auf diesen Anteil zusätzlich 12 Prozent Provision.

Shopify oder Etsy nach Verkäufertyp: Klare Empfehlung für jede Situation

Die Frage “etsy oder shopify” ist keine Einheitsantwort. Je nachdem, was du verkaufst und wo du dich gerade befindest, ergibt sich eine unterschiedliche Empfehlung.

Handgemachte Produkte (Handwerk, Keramik, Schmuck, Kunst)

Etsy ist für Handmade-Verkäufer der natürliche Startpunkt. Die Community sucht gezielt nach handgefertigten Waren, und der eingebaute Traffic ist für Einsteiger kaum zu ersetzen. Langfristig ist die Abhängigkeit vom Etsy-Algorithmus aber ein Risiko.

Sinnvoller Weg: Etsy für Traffic und erste Verkäufe nutzen, parallel einen Shopify-Shop als Hauptmarke aufbauen. Sobald der Shopify-Shop eigene SEO-Sichtbarkeit aufbaut, wird Etsy zum sekundären Kanal.

Print-on-Demand auf Etsy ist möglich, aber die Gebühren fressen bei ohnehin dünnen POD-Margen schnell den Gewinn. Shopify mit Printful, Printify oder Gelato gibt dir bessere Margen, mehr Designfreiheit und keine Plattformabhängigkeit. Das Risiko, von Etsy wegen Regelverstößen gesperrt zu werden, fällt weg.

Digitale Produkte (PDF-Vorlagen, Kunstdrucke, Templates, Kurse)

Etsy hat eine aktive Community für digitale Downloads. Auf Shopify verkaufst du mit Apps wie “Digital Downloads” oder “SendOwl” ohne Plattformgebühren. Wer beides will: Etsy für Discovery und Neukunden, Shopify für direkte Sales über SEO und für Stammkunden.

Vintage-Artikel und Antiquitäten

Käufer suchen Vintage gezielt auf Etsy. Ein schneller kompletter Wechsel zu Shopify kostet kurzfristig Traffic. Besser: Etsy als Hauptkanal behalten, Shopify parallel für Stammkunden und Premium-Käufer aufbauen.

Wachsende Shops mit über 1.000 EUR Monatsumsatz

Ab hier lohnt Shopify bei Etsy vs. Shopify wirtschaftlich klar. Die eingesparten Gebühren übersteigen die Shopify-Monatskosten deutlich. Dazu kommen E-Mail-Marketing und Stammkundenpflege, beides auf Etsy nicht möglich.

Shopify oder Etsy? Dein persönlicher Entscheidungsfinder

5 Fragen, deine ideale Plattform in unter 60 Sekunden

Frage von 5

Was ist dein Hauptziel?

Wie hoch ist dein aktueller oder angestrebter Monatsumsatz?

Was verkaufst du hauptsächlich?

Willst du eine eigene E-Mail-Liste aufbauen und deine Kundendaten besitzen?

Wie schätzt du deine technische Affinität ein?

Deine Empfehlung: Shopify

Dein Profil passt klar zu Shopify. Du willst eine Marke aufbauen, Kundendaten besitzen und langfristig unabhängig wachsen. Bei deinem Umsatzniveau sparst du mit Shopify jeden Monat erhebliche Gebühren im Vergleich zu Etsy. Shopify gibt dir die Plattform, auf der aus einem Shop eine echte Marke wird.

  • Volle Markenkontrolle und eigene Domain
  • Kundendaten gehören dir
  • Deutlich niedrigere Gebühren bei wachsendem Umsatz
  • Unlimitierte Skalierbarkeit
Deine Empfehlung: Beide Plattformen parallel

Für dich macht es Sinn, Etsy als Traffic-Quelle zu nutzen und gleichzeitig einen Shopify-Shop als deine Hauptmarke aufzubauen. Mit Multichannel-Apps synchronisierst du den Bestand automatisch. Etsy bringt Discovery, Shopify übernimmt den Markenaufbau und die Stammkundenpflege.

  • Etsy für neue Kundschaft und Discovery
  • Shopify für Marke, E-Mail-Marketing und direkte Sales
  • Apps wie LitCommerce synchronisieren den Bestand automatisch
Deine Empfehlung: Etsy (vorerst)

Für deine aktuelle Situation ist Etsy der richtige Einstieg. Du profitierst von der eingebauten Community und dem Traffic, ohne sofort in eigenes Marketing investieren zu müssen. Behalte aber im Blick: Sobald dein Umsatz wächst und du eine eigene Marke aufbauen willst, ist der Wechsel zu Shopify der logische nächste Schritt.

  • Sofortiger Start ohne technischen Aufwand
  • Eingebauter Traffic von Etsy-Käufern
  • Ideal zum Testen neuer Produkte
  • Merke dir den Schwellenwert: ab 800 bis 1.000 EUR/Monat lohnt Shopify

Shopify und Etsy gleichzeitig nutzen: Der Multichannel-Ansatz

Die Entscheidung Shopify vs. Etsy muss kein “Entweder-oder” sein. Viele Verkäufer betreiben beide Plattformen parallel: Shopify als Hauptshop mit eigener Domain und Kundendaten, Etsy als Discovery-Kanal für neue Käufer. Eine Multichannel-App hält den Bestand automatisch synchron.

Dafür eingesetzte Apps: LitCommerce für automatische Bestands- und Bestellsynchronisation, CedCommerce Etsy Integration für die vollständige Etsy-Anbindung direkt aus Shopify, oder Nembol für Verkäufer mit Präsenz auf mehreren Marktplätzen.

Etsy erlaubt es, im Profil und in der Shop-Ankündigung auf die eigene Website zu verlinken. Etsy-Listings und Shopify-Produktseiten laufen unter verschiedenen Domains, sie konkurrieren SEO-technisch nicht miteinander. Duplizierter Content ist hier kein Problem.

Wann ist der Wechsel von Etsy zu Shopify der richtige Schritt?

Vier Punkte, bei denen die Entscheidung Etsy vs. Shopify klar für Shopify spricht:

Deine monatlichen Etsy-Gebühren übersteigen 100 EUR. Ab hier ist Shopify günstiger, und du bekommst dabei mehr Kontrolle dazu.

Du kannst keine E-Mail-Liste aufbauen. Auf Etsy gehören die Kundendaten der Plattform. Wer Kunden verliert, weil er keinen Weg hat, sie erneut anzusprechen, zahlt diesen Preis jeden Monat.

Ein Etsy-Algorithmus-Update hat deinen Traffic halbiert. Das zeigt die Abhängigkeit, die mit einem eigenen Shopify-Shop nicht existiert.

Du willst eine Marke aufbauen, keine Produkte auf einem fremden Marktplatz listen. Der Unterschied zwischen “ich verkaufe auf Etsy” und “ich habe einen eigenen Onlineshop” ist nicht nur technisch.

Bereit für den Wechsel zu Shopify?

Wir migrieren deinen Etsy-Shop zu Shopify, richten Shopify Payments für Deutschland ein und sorgen dafür, dass du von Tag 1 an keine Umsätze verlierst.

Schritt für Schritt: So wechselst du von Etsy zu Shopify

Eine Migration von Etsy zu Shopify ist in fünf Schritten machbar. Lies dazu auch unseren ausführlichen Guide zur Shopify-Migration für alle technischen Details.

Schritt 1: Vorbereitung und Datensicherung

Exportiere alle deine Etsy-Listings als CSV-Datei (Etsy Shop Manager, Listings, “Export Listings as CSV”). Exportiere außerdem deine Bestellhistorie für steuerliche Nachweise.

Kundendaten-Hinweis: Etsy erlaubt das Herunterladen deiner Bestelldaten für Abwicklungszwecke. Laut Etsy AGB dürfen diese Daten jedoch nicht für eigenständiges E-Mail-Marketing verwendet werden. Neue E-Mail-Adressen sammelst du auf deinem Shopify-Shop über eigene Opt-in-Formulare.

Schritt 2: Shopify-Shop aufsetzen

Erstelle deinen Shopify-Shop, wähle ein passendes Theme und richte Shopify Payments für Deutschland ein. Unser Guide zum Shopify-Shop erstellen führt dich durch alle notwendigen Schritte, inklusive rechtlicher Pflichtseiten und Steuereinstellungen.

Theme-Tipp für Etsy-Migranten: Wähle ein Theme mit klaren Vertrauenselementen: Kundenbewertungen, Trust-Badges, Rückgaberichtlinien. Etsy-Käufer kennen eine vertrauensbildende Kaufumgebung. Wer ohne diese Signale auf einem neuen Shop startet, verliert Conversions.

Schritt 3: Produkte importieren und für Google optimieren

Importiere deine Etsy-Listings über die App “Etsy Importer” oder manuell via CSV. Dabei wichtig:

  • Produkttitel für Google SEO anpassen, nicht nur für Etsy-Suche
  • Produktbeschreibungen mit relevanten Keywords für Google erweitern
  • Alt-Texte für alle Produktbilder setzen
  • Klare URL-Struktur anlegen

Schritt 4: Etsy-Kunden informieren und zum neuen Shop führen

Informiere deine bestehenden Etsy-Kunden über die neue Website. Das kannst du über Etsy-Nachrichten an frühere Käufer, deine Shop-Ankündigung und dein Etsy-Profil tun. Eine Formulierung wie “Unsere neue Website: [deinshop.de] mit mehr Auswahl und direktem Kundensupport” ist laut Etsy-Nutzungsbedingungen erlaubt.

Schritt 5: Etsy parallel weiterführen oder schrittweise zurückfahren

Einen sofortigen vollständigen Etsy-Abzug empfehlen wir nicht. Stattdessen: Etsy als Traffic-Quelle nutzen, solange der Shop profitabel ist. Sobald dein Shopify-Shop durch SEO und E-Mail-Marketing ausreichend eigenen Traffic generiert, kannst du Etsy schrittweise reduzieren oder als reinen Sekundärkanal einsetzen.

DSGVO und steuerliche Aspekte für deutsche Etsy- und Shopify-Verkäufer

Den meisten Vergleichsartikeln fehlt dieser Abschnitt. Für deutsche Verkäufer ist er aber relevant.

DSGVO-Compliance: Etsy vs. Shopify

Auf Etsy verarbeitet Etsy Inc. (USA) alle Kundendaten. Etsy ist nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert, was eine legale Datenübermittlung in die USA ermöglicht. Als Etsy-Verkäufer hast du aber nur begrenzte Transparenz und Kontrolle über die Datenverarbeitung, trägst gegenüber deinen deutschen Kunden aber dennoch Verantwortung als Händler.

Auf Shopify bist du als Händler Datenverantwortlicher im Sinne der DSGVO. Das bringt mehr Verantwortung, aber auch mehr Kontrolle. Shopify bietet DSGVO-konforme Cookie-Banner, Datenlöschungsanfragen und granulare Datenschutzeinstellungen. Du bestimmst, welche Daten du erhebst und welche nicht.

Steuertransparenzgesetz (DAC7) ab 2024

Seit 2024 gilt in Deutschland die DAC7-Richtlinie, nach der Plattformen wie Etsy verpflichtet sind, Verkaufsdaten ihrer Händler an die zuständigen Steuerbehörden zu melden. Etsy meldet also deine Jahresumsätze direkt ans Finanzamt. Wenn du als Etsy-Verkäufer bisher nicht alle Einnahmen steuerlich angegeben hast, ist jetzt der Moment, das zu korrigieren.

Kleinunternehmerregelung bei Etsy

Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG musst du in deinen Etsy-Listings auf die fehlende Mehrwertsteuer hinweisen und dich in Etsys Steuereinstellungen korrekt als Kleinunternehmer ausweisen. Auf Shopify hast du mehr Flexibilität bei der Steuerkonfiguration. Für die korrekte Einrichtung empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Steuerberater.

Umsatzsteuerpflicht bei Etsy im EU-Ausland

Ab einem bestimmten Schwellenwert (One-Stop-Shop-Regelung, OSS) bist du als Etsy-Verkäufer verpflichtet, ausländische Mehrwertsteuersätze abzuführen, wenn du Produkte ins EU-Ausland verkaufst. Etsy erhebt für einige Länder die Mehrwertsteuer automatisch, nicht aber für alle. Auf Shopify kannst du die OSS-Steuerberechnungen über die integrierten Steuereinstellungen und Apps wie “Taxjar” oder “Avalara” vollständig automatisieren.

Was passiert mit deinen Etsy-Bewertungen beim Wechsel zu Shopify?

Die meistgestellte Frage beim Etsy-zu-Shopify-Wechsel: “Was passiert mit meinen 5-Sterne-Bewertungen?”

Etsy-Bewertungen bleiben auf Etsy. Sie lassen sich nicht direkt zu Shopify übertragen. Das ist kein Argument gegen den Wechsel, solange du es richtig planst.

Deine Optionen: Den Etsy-Shop parallel offen lassen, solange er profitabel ist, damit Interessenten die Bewertungshistorie einsehen können. Screenshots deiner Etsy-Bewertungen als Testimonials auf Shopify einsetzen. Neue Shopify-Reviews von Anfang an aktiv einsammeln, zum Beispiel mit Judge.me oder Loox. Und auf deiner Shopify-About-Seite direkt auf dein Etsy-Profil verlinken.

Entscheidungsmatrix: Shopify vs. Etsy auf einen Blick

Deine SituationEmpfehlung
Erstes Produkt testen, noch kein Budget für MarketingEtsy
Handmade, Monatsumsatz unter 500 EUREtsy
Print-on-Demand, beliebige UmsatzgrößeShopify
Monatsumsatz über 800 EURShopify
Markenaufbau ist das HauptzielShopify
Digitale Produkte, Fokus auf SkalierungShopify
Vintage, Community-Traffic ist wichtigEtsy + Shopify parallel
E-Mail-Liste aufbauen und Kundendaten besitzenShopify
Bereits 500 und mehr Etsy-BewertungenShopify + Etsy parallel
B2B-Verkäufe geplantShopify
Langfristige Unabhängigkeit von PlattformenShopify

Ähnliche Plattform-Entscheidungen beleuchten wir auch in unseren Vergleichen zu Shopify vs. WooCommerce und Shopify vs. Squarespace.

Häufige Fragen zu Shopify vs. Etsy

Etsy ist ein Online-Marktplatz: Dein Shop läuft unter etsy.com, du nutzt Etsy-Traffic und zahlst eine Provision pro Verkauf. Shopify ist eine eigenständige E-Commerce-Plattform, mit der du deinen eigenen Online-Shop unter deiner Domain aufbaust. Du zahlst eine feste Monatsgebühr, behältst aber alle Kundendaten, volle Markenkontrolle und unbegrenzte Gestaltungsfreiheit.

Ab ca. 600 bis 800 EUR Monatsumsatz ist Shopify Basic in der Regel günstiger als Etsy, wenn du Shopify Payments nutzt. Bei 1.000 EUR Monatsumsatz zahlst du auf Etsy ca. 120 EUR Gebühren, auf Shopify ca. 47 EUR. Je höher der Umsatz, desto größer wird der Kostenvorteil. Rechne selbst mit unserem interaktiven Gebührenrechner im Artikel.

Ja, und für viele Verkäufer ist das die klügste Strategie. Mit Apps wie LitCommerce, CedCommerce Etsy Integration oder Nembol synchronisierst du Bestand und Bestellungen automatisch zwischen Shopify und Etsy. Etsy dient dann als Discovery-Kanal für Neukunden, während dein Shopify-Shop die Hauptmarke und Stammkundenpflege übernimmt.

Etsy-Bewertungen bleiben auf Etsy und können nicht direkt zu Shopify übertragen werden. Empfehlung: Den Etsy-Shop zunächst parallel weiterbetreiben, Screenshots als Social Proof auf Shopify einsetzen und mit Apps wie Judge.me oder Loox schnell neue Shopify-Bewertungen sammeln. Du kannst auf deiner Shopify-Website auch direkt auf dein Etsy-Profil verlinken.

Nein. Laut Etsy AGB dürfen die Kundendaten aus Etsy-Transaktionen nicht für eigenständiges E-Mail-Marketing genutzt werden. Auf Shopify gehören dir alle Kundendaten vollständig. Neue E-Mail-Adressen sammelst du auf deinem Shopify-Shop über Opt-in-Formulare, Newsletter-Popups oder Lead-Magneten.

Shopify ist für Print-on-Demand klar überlegen. Die Etsy-Gebührenstruktur (6,5 % Transaktionsgebühr plus Zahlungsgebühren) frisst bei ohnehin niedrigen POD-Margen schnell den Gewinn. Auf Shopify nutzt du POD-Apps wie Printful oder Printify direkt, zahlst keine Transaktionsgebühren (mit Shopify Payments) und baust deine Marke vollständig auf.

Etsy Offsite Ads sind Werbeanzeigen, die Etsy auf externen Plattformen wie Google und Facebook für deine Produkte schaltet. Etsy berechnet dir dafür 15 % Provision (oder 12 % ab 10.000 USD Jahresumsatz). Für Verkäufer unter 10.000 USD Jahresumsatz ist die Teilnahme optional und kann im Shop Manager deaktiviert werden. Ab 10.000 USD ist sie verpflichtend und nicht mehr abschaltbar.

Etsy ist nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert, was eine legale Datenübermittlung in die USA ermöglicht. Als Etsy-Verkäufer hast du aber begrenzte Transparenz über die Datenverarbeitung. Auf Shopify bist du als Händler Datenverantwortlicher im Sinne der DSGVO, hast aber auch mehr Kontrolle über alle datenschutzrelevanten Prozesse.

Ja. Seit 2024 gilt in Deutschland die DAC7-Richtlinie, nach der Plattformen wie Etsy Verkaufsdaten ihrer Händler an die Steuerbehörden melden müssen. Etsy übermittelt also deine Jahresumsätze direkt ans Finanzamt. Alle Etsy-Einnahmen müssen steuerlich angegeben werden.

Ein kleiner Etsy-Shop mit unter 100 Produkten lässt sich technisch in 1 bis 3 Tagen migrieren. Hinzu kommt die Zeit für Theme-Anpassung, SEO-Optimierung der Produktseiten und Marketing-Setup. Eine professionell begleitete Migration mit Shopify Payments, E-Mail-Marketing-Einrichtung und Analytics dauert typischerweise 2 bis 4 Wochen.

Fazit: Shopify vs. Etsy, was wirklich zählt

Wer gerade anfängt, ein neues Produkt testen will oder in einer Community verkaufen möchte, die handgemachte Waren sucht, findet auf Etsy den einfacheren Einstieg.

Wer über 800 EUR Monatsumsatz erzielt, Gebühren reduzieren will, eine eigene Marke aufbauen oder Kundendaten für Marketing nutzen möchte, kommt an Shopify nicht vorbei.

Die meisten Verkäufer, die erfolgreich auf Etsy gestartet sind, wechseln irgendwann. Nicht weil Etsy schlecht ist, sondern weil Shopify der nächste logische Schritt ist. Etsy ist der Marktplatz, Shopify ist die Marke.

Shopify vs. Etsy: Lass uns deine Situation bewerten.

In einem 30-minütigen kostenlosen Erstgespräch analysieren wir deinen aktuellen Etsy-Shop und zeigen dir, ob und wann der Wechsel zu Shopify für dich wirtschaftlich sinnvoll ist.

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