10. März 2026

Von Squarespace zu Shopify: Die Migrations-Anleitung 2026 – Design retten, Rankings sichern, endlich skalieren

Werner Strauch
Werner Strauch CTO bei digitalsprung
Von Squarespace zu Shopify migrieren – Schritt-für-Schritt Anleitung 2026

Du hast deinen Squarespace-Shop mit echtem Herzblut aufgebaut. Die Templates sind wunderschön – jedes Bild sitzt perfekt, die Typographie ist clean, Kunden sagen dir immer wieder, wie professionell die Seite aussieht.

Und doch bremst irgendetwas.

Vielleicht ist es die Transaktionsgebühr von 3%, die jeden Monat leise an deinen Margen nagt. Vielleicht hast du gemerkt, dass du Staffelpreise für Großhandel nicht umsetzen kannst. Oder du suchst im App Store nach einer Lösung für deinen konkreten Use Case – und stehst vor 47 Squarespace-Extensions statt 15.900 Shopify-Apps. Vielleicht ist dein Katalog gewachsen und du stößt ans technische Limit des Plattform-Exports.

Squarespace ist ein brillantes Produkt für Design-fokussierte Businesses. Aber es wurde als Website-Builder gebaut, nicht als Commerce-Plattform. Wenn dein Shop wächst, spürst du genau, wo diese DNA-Differenz liegt.

Die gute Nachricht: Du musst zwischen Commerce-Power und schönem Design nicht wählen. Shopify-Themes wie Prestige, Editions oder Pipeline sind genauso designstark wie alles, was Squarespace zu bieten hat – was darunter liegt, ist eine andere Geschichte. Dieser Artikel zeigt dir, wie du den Wechsel so machst, dass keine Rankings, Daten oder Ästhetik verloren gehen.

Die Schmerzpunkte, die zum Wechsel führen – erkennst du dich?

Wenn Squarespace-Nutzer zu Shopify wechseln, nennen sie fast immer dieselben Auslöser:

Die 3%-Transaktionsgebühr frisst Margen Auf dem Business-Plan erhebt Squarespace 3% auf jeden Verkauf. Bei 2.000 Bestellungen à €50 Durchschnittswert pro Monat sind das €3.000 pro Jahr – allein an Gebühren, die mit Shopify Payments komplett entfallen. Commerce Basic (0% Gebühr) kostet monatlich mehr und bringt dich trotzdem nicht auf Shopify-Niveau.

47 Extensions vs. 15.900+ Apps Squarespace hat ein winziges App-Ökosystem. Wenn dein spezifischer Use Case – Staffelpreise, erweiterte Mitgliedschaften, B2B-Checkout, spezifische ERP-Anbindung – keine offizielle Extension hat, bist du auf Custom Code angewiesen oder schlicht ohne Lösung.

Kein echter Multi-Currency-Checkout Squarespace unterstützt kein natives Multi-Währungs-Checkout. Kunden aus Österreich, der Schweiz oder anderen Märkten sehen immer deine Heimatwährung. Shopify Markets löst das nativ.

Der 2.000-Zeilen-Export-Limit Squarespace begrenzt seinen CSV-Produktexport auf 2.000 Zeilen – wobei jede Variante als eigene Zeile zählt. Ein Shop mit 500 Produkten und je 5 Varianten hat 2.500 Zeilen und verliert 500 beim Export stillschweigend. Das ist die unsichtbare Wand, gegen die wachsende Shops laufen.

Squarespace Subscriptions – zu starr für echte Abobusiness Abonnements können nicht pausiert werden, unterstützen keine Trial-Perioden und lassen sich nicht mit regulären Produkten im selben Checkout kombinieren. Shopify mit Recharge oder Loop ist hier deutlich flexibler.

Was kommt mit – und was bleibt zurück

Bevor auch nur ein Datensatz migriert, muss klar sein, was wirklich übertragen werden kann:

DatenkategorieMigrierbar?Anmerkungen
Produkte (Name, Beschreibung, Preis, SKU)✅ VollständigVia CSV-Export oder Migrations-Tool
Produktbilder✅ VollständigWerden mit Produkt-Import übernommen
Produktvarianten✅ VollständigShopify-Limit: max. 3 Optionen / 100 Varianten
Kundendaten (Name, E-Mail, Adresse)✅ VollständigVia Contacts-Export aus Squarespace
Kundenpasswörter❌ NICHT möglichUnterschiedliche Verschlüsselung – Passwort-Reset nötig
Bestellhistorie✅ VollständigVia Orders-Export, dann Migrations-App
Produktbewertungen / Reviews❌ NICHT direktSquarespace erlaubt keinen Review-Export
Blog-Beiträge⚠️ Via WordPress XMLSquarespace exportiert als WordPress-XML (Details unten)
CMS-Seiten (Impressum, AGB, Datenschutz)⚠️ ManuellTexte kopieren, in Shopify neu anlegen
SEO-Metadaten⚠️ Tool-abhängigManuell prüfen und nachbearbeiten
Custom CSS / Design❌ Nicht übertragbarMuss im Shopify-Theme neu umgesetzt werden
Squarespace Extensions❌ Nicht übertragbarShopify-App-Äquivalente finden (Tool weiter unten)

Das 2.000-Zeilen-Limit: Der stille Skalierungs-Killer

Das wichtigste Detail, das fast jeder Guide verschweigt: Squarespace begrenzt seinen CSV-Produktexport auf 2.000 Zeilen, wobei jede Produktvariante als eine eigene Zeile zählt.

Das bedeutet konkret:

  • 500 Produkte × 5 Varianten = 2.500 Zeilen → 500 werden beim Export abgeschnitten
  • Welche 500? Die hinteren – ohne Vorwarnung, ohne Fehlermeldung

Lösung wenn dein Shop über dem Limit liegt:

  1. Migrations-Tool nutzen: LitExtension oder Cart2Cart greifen direkt auf die Squarespace API und umgehen das CSV-Limit vollständig
  2. Mehrere Teil-Exporte: Filtere den Export nach Kategorien und führe mehrere separate Exporte durch, dann in Shopify zusammenführen

Produktbewertungen: Das bittere Kapitel

Reviews können nicht direkt aus Squarespace exportiert werden. Das ist eine der frustrierendsten Einschränkungen. Deine realsten Optionen:

  1. Frisch starten: Nutze die Migration als Chance – mit Judge.me oder Yotpo eine automatische Post-Purchase-Kampagne einrichten, die 7 Tage nach dem Kauf nach Reviews fragt. In 2–3 Monaten hast du oft mehr Reviews als vorher.
  2. Manuell übertragen: Screenshots oder Kopien als Admin-Reviews in Judge.me anlegen (zeitaufwändig, aber möglich für wichtige Top-Reviews)
  3. Migrations-App: Einige Dienste wie LitExtension können Reviews über die Squarespace-API migrieren – frag vorher explizit nach dieser Option

Squarespace 7.0 oder 7.1? Das entscheidet dein SEO-Schicksal

Das ist der technische Teil, den fast alle Guides überspringen – und der beim URL-Mapping alles verändert.

Wie du deine Version erkennst

Schnellste Methode: Geh auf eine Produktseite deines Shops. Wenn die URL so aussieht:

  • deinshop.de/shop/produkt-nameSquarespace 7.0
  • deinshop.de/shop/p/produkt-nameSquarespace 7.1

In Version 7.1 wurde ein /p/-Segment zwischen dem Store-Slug und dem Produkt-Slug eingeführt. Das klingt nach einem kleinen Detail – ist aber ein großes Problem, wenn du deine Redirect-CSVs nach dem 7.0-Muster baust und dabei einen 7.1-Shop migrierst: Alle Produkt-URLs landen auf 404-Seiten.

URL-Muster im Vergleich

Squarespace VersionTypMusterShopify URL
7.0Produkt/shop/produkt-slug/products/produkt-slug
7.1Produkt/shop/p/produkt-slug/products/produkt-slug
7.0 + 7.1Kategorie/shop?category=name/collections/name
7.0 + 7.1Blog-Artikel/blog/artikel-slug/blogs/news/artikel-slug
7.0 + 7.1CMS-Seite/impressum/pages/impressum

Phase 0: Inventur & Backup – die Versicherung gegen böse Überraschungen

Gute Migrationen scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern, wenn jemand mittendrin merkt, dass eine wichtige Extension kein Shopify-Äquivalent hat, dass 1.200 Produktvarianten beim CSV-Export fehlen oder die Blog-Posts nicht ohne Datenverlust übertragen wurden. Diese Phase kostet Zeit – aber sie spart dir Wochenendeinsätze nach dem Go-Live.

Was du aus Squarespace exportieren musst

  • Produkte: Admin → Commerce → Inventory → Export
  • Bestellungen: Commerce → Orders → Export all
  • Kunden: Contacts → „…” Menü → Export all profiles
  • Blog-Posts: Settings → Advanced → Import/Export → Export → WordPress-Icon wählen
  • Seiten-Texte: Manuell aus dem Page-Editor kopieren (kein automatischer Export)

Den richtigen Shopify-Plan wählen – nicht zu kleindenken

  • Shopify Basic: Für kleinere Shops mit einfachen Anforderungen – kein B2B, überschaubarer Katalog
  • Shopify Standard: Wachsender Shop, bessere Analytics, 5 Staff-Accounts, Multi-Standort-Inventar
  • Shopify Advanced: Große Kataloge, erweiterte Reports, niedrigste Transaktionsgebühren
  • Shopify Plus: Wenn du auf Squarespace Commerce Advanced warst und deutlich skalieren willst – B2B, Checkout-Anpassung, Shopify Markets für Mehrsprachigkeit

Phase 1: Shopify aufsetzen – das richtige Theme für Design-Liebhaber

Bevor auch nur ein Datensatz importiert wird, muss der neue Store stehen. Und die wichtigste Entscheidung: das Theme.

Das Beste aus dem Squarespace-Feeling retten

Die größte Angst von Squarespace-Nutzern: “Shopify-Shops sehen alle gleich aus.” Diese Angst ist 2026 vollständig unbegründet. Diese Themes wurden für Ästheten gebaut:

  • Prestige: Luxuriöses Design, perfekte Typographie, für Premium- und Lifestyle-Brands – sehr nahe am Squarespace-Feeling
  • Editions: Editorialer, content-getriebener Look – perfekt für kreative Marken
  • Pipeline: Clean und minimalistisch – sehr ähnlich zum Squarespace-Stil
  • Sense: Naturkosmetik, Wellness, Lifestyle
  • Dawn: Modernes Shopify-Standard-Theme, extrem anpassbar (kostenlos)

Deutsche Grundeinstellungen

  1. Zahlungsmethoden: Shopify Payments (Klarna, Apple Pay, Google Pay, Kreditkarte), PayPal, SEPA-Lastschrift via Stripe
  2. Steuern: 19% Standard-MwSt und 7% ermäßigt unter Settings → Taxes konfigurieren
  3. Versand: DHL, Hermes, DPD via Sendcloud oder Shipcloud App einbinden
  4. Rechtliche Seiten: Impressum, AGB, Datenschutz, Widerrufsbelehrung – Texte aus Squarespace kopieren (Händlerbund oder IT-Recht-Kanzlei für aktuelle Texte empfohlen)
  5. E-Mail-Notifications: Alle Shopify-Standard-E-Mails auf Deutsch übersetzen

Phase 2: Produkte, Kunden & Bestellungen – der eigentliche Umzug

Drei Wege zur Datenmigration, einer passt zu dir:

Die richtige Methode wählen

MethodeAufwandGeeignet für
Manueller CSV-ImportHochShops mit unter 100 Produkten, keine Varianten-Probleme
LitExtensionNiedrigKlein bis groß – umgeht das 2.000-Zeilen-Limit
Cart2CartNiedrigKlein bis mittel – bewährter Dienst
Shopify Store ImporterMittelSehr einfache Shops ohne spezifische Anforderungen
Shopify-AgenturKeiner (für dich)Shops mit eigenen Design-Anforderungen

Empfehlung: Für die meisten Squarespace-Migrationen ist LitExtension das beste Preis-Leistungs-Verhältnis – es umgeht das 2.000-Zeilen-Limit, kann Reviews migrieren (optional), und bietet 30-Tage-Geld-zurück-Garantie.

Die Importreihenfolge – hier darf kein Fehler passieren

Reihenfolge ist nicht optional, sie ist kritisch – Bestellungen referenzieren sowohl Produkt-IDs als auch Kunden-IDs:

  1. Produkte zuerst (Shopify generiert interne IDs)
  2. Kunden danach (Kunden-IDs werden vergeben)
  3. Bestellungen zuletzt (verknüpft Produkt- und Kunden-IDs)

Test-Import: Erst 20, dann alles

Beginne mit 10–20 Produkten. 80% aller Migrationsprobleme zeigen sich beim ersten Versuch – besser jetzt bei 20 Produkten als nachher bei 500. Was du nach dem Test-Import prüfen musst:

  • Sind alle Pflichtfelder vorhanden (Title, Price, SKU)?
  • Stimmen Produktbilder und Varianten?
  • Sind Kategorien korrekt als Collections zugeordnet?
  • Stimmen SEO-Metadaten?

Phase 3: Blog & Seiten retten – der WordPress-XML-Trick

Das ist einer der am schlechtesten dokumentierten Teile einer Squarespace-Migration.

Blog-Posts: Der Umweg über WordPress

Squarespace hat keine direkte Blog-Export-Funktion für Shopify. Aber es gibt einen indirekten Weg, den die meisten Guides nicht erklären:

Squarespace exportiert Blogs als WordPress-XML-Datei. Shopify kann diese XML-Datei über eine App importieren.

Schritt für Schritt:

  1. Squarespace Admin → Settings → Advanced → Import/Export → Export → WordPress-Icon wählen
  2. Du erhältst eine .xml-Datei mit allen Blog-Posts inklusive Titeln, Inhalten, Bildern und Publish-Datum
  3. In Shopify: Shopify App Store → “WordPress Importer” installieren (oder Matrixify für komplexere Setups)
  4. Import der XML-Datei → Posts erscheinen unter Shopify Blogs

Was übertragen wird: Post-Titel, Content, Publish-Datum, Autor-Namen, Tags, Featured Images Was NICHT übertragen wird: Kommentare, Custom Post-Metadaten, bestimmte Widget-Inhalte

CMS-Seiten manuell übertragen

Impressum, AGB, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung – diese Pflichtseiten müssen manuell kopiert werden:

  1. Shopify Admin → Online Store → Pages → “Add page”
  2. Titel und URL-Slug vergeben (Empfehlung: /impressum, /agb, /datenschutz, /widerruf)
  3. Inhalt einfügen
  4. 301-Redirects für diese Seiten in der Redirect-CSV nicht vergessen

Phase 4: URL-Mapping & SEO sichern – der Moment, der alles entscheidet

Diese Phase entscheidet, ob deine Rankings durch die Migration hindurch erhalten bleiben. Squarespace-URLs sind in der Regel SEO-freundlich strukturiert – der Wechsel zu Shopifys fixen URL-Strukturen erfordert präzise Redirects.

Dein interaktives URL-Konvertierungs-Tool

Nutze dieses Tool, um Squarespace-URLs (7.0 und 7.1) sofort in Shopify-URLs zu konvertieren und die CSV-Zeile für den Redirect-Import zu generieren:

🔗

Squarespace → Shopify URL Konverter

Squarespace 7.0 & 7.1 · Auto-Erkennung · CSV-Export

Beispiele:

Deine vollständige Redirect-Liste aufbauen

Schritt 1 – Squarespace-URLs exportieren Lade die XML-Sitemap deines Squarespace-Shops herunter: deinshop.de/sitemap.xml

Schritt 2 – Google Search Console Export Lade aus der Search Console alle URLs mit organischem Traffic – diese haben höchste Priorität für die Redirects.

Schritt 3 – Redirect-CSV erstellen Format für den Shopify Bulk-Import:

Redirect From,Redirect To
/shop/p/bio-kaffee-arabica,/products/bio-kaffee-arabica
/shop/bio-kaffee-arabica,/products/bio-kaffee-arabica
/shop?category=kaffee,/collections/kaffee
/blog/rohkaffee-tipps,/blogs/news/rohkaffee-tipps
/impressum,/pages/impressum
/agb,/pages/agb

Schritt 4 – Import in Shopify

  • Shopify Admin → Online Store → Navigation → URL Redirects → Import
  • Standard-Pläne: bis zu 20.000 Redirects per CSV
  • Shopify Plus: bis zu 100.000 Redirects

Google Search Console vorbereiten

Bevor der DNS-Switch passiert:

  1. Shopify-Store als neue Property in der Search Console registrieren
  2. Nach Go-Live: Shopify-Sitemap unter deinshop.de/sitemap.xml sofort einreichen

Phase 5: Domain übertragen – DNS verbinden oder vollständig transferieren?

Squarespace-Nutzer haben oft eine bei Squarespace registrierte Domain. Du hast zwei Wege:

Option A: DNS verbinden (schnell, sofort möglich)

Statt die Domain zu transferieren, zeigst du die DNS-Records auf Shopify:

  1. Shopify Admin → Settings → Domains → „Connect existing domain”
  2. In Squarespace: Domains → Betroffene Domain → Advanced Settings → DNS bearbeiten
  3. Den von Shopify angezeigten A-Record (IP) und CNAME (shops.myshopify.com) eintragen
  4. DNS-Propagation: 24–48 Stunden

Vorteile: Sofort möglich, reversibel, keine Wartezeit Nachteil: Domain bleibt bei Squarespace registriert (jährliche Verlängerung dort nötig)

Option B: Vollständiger Domain-Transfer (langfristig sauberer)

Überträgt die Domain komplett zu Shopify oder einem anderen Registrar:

  1. Domain entsperren: Squarespace Admin → Domains → „Lock Domain” deaktivieren
  2. Auth-Code anfordern: „Send Transfer Authentication Code” – Code kommt per E-Mail
  3. In Shopify: Settings → Domains → „Transfer domain” → Domain eingeben → Auth-Code eintragen
  4. Bestätigen: E-Mail-Bestätigung von Squarespace klicken
  5. Warten: Transfer dauert 5–7 Werktage

Phase 6: Go-Live Checkliste – der Tag, auf den alles hinarbeitet

48 Stunden vorher:

  • Vollständige Test-Bestellung durchgeführt (Produkt → Warenkorb → Checkout → Zahlung)
  • Redirect-CSV vollständig importiert und stichprobenartig getestet
  • E-Mail an Kunden: “Wir erneuern unseren Shop – bitte Passwort neu setzen”
  • Alle Apps installiert und konfiguriert (Klaviyo, Sendcloud, Judge.me etc.)
  • Shopify Payments aktiviert und geprüft
  • Deutsche Pflichtseiten online (Impressum, AGB, Datenschutz, Widerruf)

Am Go-Live-Tag:

  • Squarespace-Shop in den Wartungsmodus (nicht sofort abschalten!)
  • DNS-Umleitung auf Shopify oder Domain-Transfer-Bestätigung
  • SSL-Zertifikat auf Shopify aktiv prüfen
  • Shopify-Sitemap in Google Search Console einreichen
  • Tracking-Codes prüfen (Google Analytics 4, Meta Pixel)
  • 5 wichtigste Produkt-URLs aufrufen → müssen 200 zurückgeben, nicht 404

Nach Go-Live:

  • 5–10 Test-Bestellungen im Live-Shop platzieren
  • E-Mail-Benachrichtigungen testen (Bestellbestätigung muss ankommen)
  • Squarespace 14 Tage als Read-Only behalten – als Referenz für Kundenservice bei alten Bestellungen

Phase 7: Die ersten 30 Tage – jetzt nicht nachlassen

SEO täglich überwachen – die erste Woche ist kritisch

  • Google Search Console: Coverage-Report → 404-Errors → sofort Redirects nachpflegen
  • Organischer Traffic: Ein Rückgang von 5–15% in den ersten Tagen ist normal (Re-Indexierung). Normalisiert sich bei korrekten Redirects in 2–4 Wochen
  • Core Web Vitals: Shopify-Themes laden in der Regel schneller als Squarespace – aber prüfen
  • Alarmsignal: Einbruch über 30% → sofort alle Redirects und Metadaten prüfen

Kunden abholen: Passwort-Reset-Kampagne

Sende 3–5 Tage nach Go-Live eine Follow-up-E-Mail an alle Kunden, die sich noch nicht eingeloggt haben:

“Dein Kundenkonto ist jetzt auf unserem neuen Shop verfügbar – klicke hier, um dein Passwort zurückzusetzen und alle deine bisherigen Bestellungen zu sehen.”

Jetzt das volle Shopify-Potenzial ausschöpfen

  • Klaviyo einrichten: Abandoned-Cart-Flow, Welcome-Serie, Post-Purchase-E-Mails (deutlich leistungsstärker als Squarespace Email Campaigns)
  • Reviews aufbauen: Judge.me-Kampagne 7 Tage nach Kauf aktivieren – frische Reviews sammeln
  • Conversion-Optimierung: Hotjar oder Microsoft Clarity (kostenlos) für Heatmaps einrichten
  • SEO: Interne Verlinkungsstruktur prüfen, Schema-Markup verifizieren

Squarespace-Features → Die besten Shopify-Apps

Welche Shopify-App ersetzt welche Squarespace-Funktion? Nutze diesen interaktiven Finder – durchsuche und filtere nach Kategorie:

🔍

Squarespace-Feature Finder

Finde die beste Shopify-Alternative für jede Squarespace-Funktion

Besonderheiten für deutsche Shops

DSGVO & Datenschutz beim Plattformwechsel

Shopify ist DSGVO-konform einsetzbar (ISO 27001, EU-U.S. Data Privacy Framework). Beim Wechsel von Squarespace musst du folgendes beachten:

  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit Shopify abschließen – Shopify Admin → Settings → Legal
  • Cookie-Consent-Banner konfigurieren (Shopify native Privacy App oder Cookiebot)
  • Datenschutzerklärung aktualisieren: Squarespace als Auftragsverarbeiter entfernen, Shopify und alle neuen Apps aufführen
  • Google Analytics 4 mit IP-Anonymisierung oder serverseitigem Tracking
  • Klaviyo: Double-Opt-In konfigurieren (in Deutschland gesetzlich erforderlich)

Deutsche Zahlungsmethoden richtig einrichten

Shopify Payments in Deutschland unterstützt: Kreditkarte (Visa, Mastercard, Amex), Klarna (Sofortzahlung, Ratenkauf, Rechnungskauf), Apple Pay, Google Pay, PayPal. Für SEPA-Lastschrift: Stripe separat als Payment Provider einbinden.

Rechtliche Pflichtseiten nicht vergessen

Beim Wechsel müssen diese Seiten mit aktuellen Texten in Shopify neu angelegt werden:

  • /pages/impressum – mit vollständigen Pflichtangaben
  • /pages/agb – allgemeine Geschäftsbedingungen
  • /pages/datenschutz – aktualisiert mit Shopify als neuem Auftragsverarbeiter
  • /pages/widerruf – Muster-Widerrufsbelehrung

Empfehlung: IT-Recht-Kanzlei oder Händlerbund für abmahnsichere Rechtstexte nutzen.

Was kostet der Wechsel – und wann rentiert er sich?

Was eine Migration konkret kostet, lässt sich pauschal nicht sagen – und wer dir ohne vorherigen Blick auf deinen Shop eine Zahl nennt, hat deine Anforderungen schlicht nicht verstanden. Was wir dir sagen können: Es hängt von den richtigen Faktoren ab.

Was den Aufwand wirklich bestimmt

Auf Datenseite:

  • Wie viele Produkte und Varianten hat dein Shop? (Das 2.000-Zeilen-Limit beim Export kann Handarbeit bedeuten)
  • Hast du Blog-Artikel, die migriert werden müssen – und wie viele?
  • Gibt es Kundendaten und Bestellhistorie, die übertragen werden sollen?
  • Sind Produktbewertungen vorhanden, und sollen die mitgenommen werden?

Auf Design- und Technikseite:

  • Brauchst du ein Custom-Theme oder reicht ein bewährtes Shopify-Theme?
  • Welche Apps und Integrationen setzt du ein (Buchungstool, Newsletter, ERP)?
  • Hast du spezifische Checkout-Anforderungen?

Auf SEO-Seite:

  • Wie viele URLs müssen per 301-Redirect umgeleitet werden?
  • Verwendest du Squarespace 7.0 oder 7.1 – die URL-Struktur ist unterschiedlich und beeinflusst den Redirect-Aufwand direkt
  • Wie viel organischen Traffic bringst du mit, den es zu schützen gilt?

Auf rechtlicher Seite:

  • Müssen Rechtstexte (Impressum, AGB, Datenschutz) neu erstellt oder angepasst werden?

Von Squarespace zu Shopify – ohne das Risiko zu tragen

Lass uns gemeinsam schauen, was wir für deinen Online-Shop herausholen können.

Das hängt von Shopgröße und Approach ab. Als Orientierung: Kleine Shops (bis 100 Produkte) schaffen es in 2–4 Wochen. Mittlere Shops (100–500 Produkte) brauchen 4–8 Wochen. Große Shops (über 500 Produkte) oder Shops mit umfangreichem Blog 8–16 Wochen. Die größten Zeitfresser sind das URL-Mapping, die Blog-Migration und die Qualitätssicherung nach dem Import.

Nein – Squarespace-Templates können nicht direkt nach Shopify übertragen werden, da beide Plattformen völlig unterschiedliche Theme-Systeme nutzen. Aber: Moderne Shopify-Themes wie Prestige, Editions oder Pipeline sind genauso designstark wie Squarespace-Templates. Das visuelle Feeling kann in Shopify vollständig reproduziert werden – oft sogar mit besserer Performance und mehr Anpassbarkeit.

Bei korrekt eingerichteten 301-Redirects verlierst du dein Ranking nicht dauerhaft. Ein kurzfristiger Rückgang von 5–15% direkt nach Go-Live ist normal (Google re-indexiert die neuen URLs). Entscheidend: Alle Squarespace-URLs müssen mit 301-Redirects auf die neuen Shopify-URLs zeigen, SEO-Metadaten (Title, Description) müssen übernommen werden, und die Shopify-Sitemap muss in der Search Console eingereicht werden. Bei Squarespace 7.1 unbedingt das /p/-Segment in den Redirects berücksichtigen.

In Squarespace 7.1 enthalten alle Produkt-URLs ein /p/-Segment: /shop/p/produkt-name statt /shop/produkt-name wie in 7.0. Das bedeutet, deine Redirect-CSV muss diese /p/-URLs als Ausgangspunkt haben. Wenn du 7.0-Redirects für einen 7.1-Shop erstellst, landen alle Produktlinks auf 404-Seiten. Das URL-Konvertierungs-Tool weiter oben im Artikel erkennt 7.1-URLs automatisch.

Squarespace begrenzt seinen CSV-Produktexport auf 2.000 Zeilen – dabei zählt jede Produktvariante als eigene Zeile. Ein Shop mit 500 Produkten und je 5 Varianten hat 2.500 Zeilen und verliert bei einem manuellen Export 500 Datensätze ohne Fehlermeldung. Lösung: Ein Migrations-Tool wie LitExtension nutzen, das direkt über die Squarespace-API auf alle Daten zugreift und das CSV-Limit umgeht.

Nicht direkt. Squarespace ermöglicht keinen Review-Export. Deine Optionen: (1) Frisch starten und eine automatische Post-Purchase-Review-Kampagne mit Judge.me einrichten, die binnen Wochen mehr Reviews sammelt als vorher; (2) Wichtige Top-Reviews manuell als Admin-Reviews in der neuen App anlegen; (3) Einen Migrationsdienst wie LitExtension fragen, ob sie Reviews über die Squarespace-API migrieren können – das bieten einige als Zusatzoption an.

Squarespace bietet einen Export als WordPress-XML-Datei an (Settings → Advanced → Import/Export → Export → WordPress-Icon). Diese XML-Datei kann über die App 'WordPress Importer' oder Matrixify in Shopify importiert werden. Was übertragen wird: Post-Titel, Content, Publish-Datum, Featured Images, Tags. Was NICHT übertragen wird: SEO-Metadaten (müssen manuell nachgepflegt werden), Kommentare, bestimmte Widget-Inhalte. Formatierungen sollten nach dem Import stichprobenartig geprüft werden.

Ja, auf zwei Wegen: (1) DNS verbinden (schnell, sofort möglich): DNS-Records auf Shopify umzeigen, ohne die Domain zu übertragen. (2) Vollständiger Transfer (5–7 Werktage): Domain entsperren, Auth-Code anfordern, in Shopify einleiten. Wichtig: Die ICANN-Regel verhindert Transfers bei Domains, die in den letzten 60 Tagen registriert oder übertragen wurden. In diesem Fall nutze erst die DNS-Verbindungsmethode.

Member Areas können nicht direkt migriert werden. Shopify-Äquivalente sind Locksmith (schützt Seiten und Produkte für bestimmte Kundengruppen) oder Bold Memberships. Mitglieder müssen neue Accounts auf dem Shopify-Store anlegen – kommuniziere das aktiv vor dem Go-Live mit einer gezielten E-Mail an alle Members.

Das lässt sich pauschal nicht sagen – und das ist kein Ausweichen, sondern die Realität. Es hängt davon ab, wie viele Produkte und Varianten du hast, ob du Squarespace 7.0 oder 7.1 nutzt (unterschiedliche URL-Strukturen bedeuten unterschiedlichen Redirect-Aufwand), wie viele Blog-Artikel mitgenommen werden sollen, welches Theme du wählst und welche Apps du integrieren musst. Für eine ehrliche Einschätzung: Mach zuerst eine Inventur deiner Daten und eine Liste deiner aktuellen Squarespace-Extensions – dann ergibt sich schnell, ob DIY realistisch ist oder ob punktuelle Unterstützung die klügere Wahl wäre.

Sources:

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