Seinen Shop hatte er mit Stolz aufgebaut. 4 Jahre PrestaShop, hunderte von Modulen konfiguriert, eine eigene Theme-Entwicklung, mehrsprachig ausgebaut. Dann kam das Update auf PrestaShop 8 – und drei bezahlte Module, auf die er nicht verzichten konnte, funktionierten schlicht nicht mehr. Der Support? Eine Community im Forum, die sich seit Wochen im Kreis drehte.
Die Entscheidung für Shopify fiel schnell. Die Migration? Wurde unterschätzt.
PrestaShop-Migrationen sind technisch komplexer als die meisten anderen Plattformwechsel – weil PrestaShop eine URL-Struktur hat, die SEO-Fallen enthält, die nur wenige kennen. Weil die native Mehrsprachigkeit von PrestaShop kein direktes Pendant in Shopify hat. Und weil bezahlte Module von 50 bis 500 € oft keine Shopify-Äquivalente haben.
Dieser Guide zeigt dir alles: Die PrestaShop-spezifischen Fallstricke, den richtigen Tool-Einsatz und die vollständige 33-Punkte-Checkliste für eine SEO-sichere Migration.
Noch unsicher, ob der Wechsel der richtige Schritt ist? Unser PrestaShop vs. Shopify Vergleich hilft dir bei der Grundsatzentscheidung.
Die 4 Zahlen zur PrestaShop-Shopify-Migration
Wie komplex ist deine Migration wirklich? Mach den Selbst-Check
Nicht jede PrestaShop-Migration ist gleich. Ein Shop mit 50 Produkten und einer Sprache ist in vier Wochen machbar. Ein mehrsprachiger Multistore mit 3.000 Produkten und 20 bezahlten Modulen ist ein Sechs-Monate-Projekt. Bevor du irgendein Tool anrührst: Mach diesen Check.
Wie komplex ist deine PrestaShop-Migration? Mach den Selbst-Check
5 Fragen – bekomme eine ehrliche Einschätzung, ob DIY oder Agentur der richtige Weg ist.
1 Wie viele Produkte hat dein PrestaShop-Shop?
2 Nutzt du bezahlte PrestaShop-Module oder individuelle Entwicklungen?
3 Wie viel deines Umsatzes kommt aus der organischen Google-Suche?
4 Nutzt du PrestaShop's Mehrsprachigkeit oder Multistore-Funktion?
5 Wie dringend ist die Migration?
Beantworte alle 5 Fragen um das Ergebnis zu sehen.
Was niemand dir vor der Migration sagt: Diese Daten kannst du nicht einfach retten
Die meisten DIY-Anleitungen überspringen diesen Teil. Hier ist die ehrliche Übersicht, was wirklich migriert werden kann:
| Daten | Migrierbar? | Hinweis |
|---|---|---|
| Produkte (Titel, Beschreibung, Bilder) | ✅ Ja | Alle gängigen Tools |
| PrestaShop Combinations (Varianten) | ⚠️ Eingeschränkt | Max. 3 Optionen in Shopify (siehe Warnung unten) |
| Kategorien / Collections | ✅ Ja | URL-Mapping mit ID-Prefix erforderlich |
| Bestandsmengen | ✅ Ja | |
| Produktbewertungen | ⚠️ Teilweise | Nur mit LitExtension-Zusatzmodul oder manuellem Export |
| Kundendaten (Name, E-Mail, Adresse) | ✅ Ja | |
| Kundenpasswörter | ❌ Nein | Verschlüsselung verhindert Transfer – Reset nötig |
| Bestellhistorie | ✅ Ja | Manuelles Mapping erforderlich |
| CMS-Seiten (Impressum, AGB, etc.) | ✅ Ja | URL-Redirects einrichten |
| Mehrsprachige Inhalte | ⚠️ Aufwändig | Shopify Markets / Translate & Adapt App nötig |
| Bezahlte PrestaShop-Module | ❌ Nein | Shopify-Äquivalent oder Custom-Entwicklung nötig |
| PrestaShop Blog-Beiträge | ✅ Ja | URL-Redirects einrichten |
| Gutscheincodes | ✅ Ja | |
| PrestaShop Multistore | ❌ Nicht direkt | Erfordert separate Shopify-Shops oder Shopify Markets |
| Affiliate-Programme | ⚠️ App-abhängig | Refersion, LeadDyno etc. |
| Steuerkonfigurationen | ⚠️ Manuell | Shopify hat andere Steuerlogik als PrestaShop |
Das PrestaShop-URL-Problem: Der häufigste Grund für SEO-Desaster
PrestaShop hat eine URL-Struktur, die in der deutschen SEO-Community unterschätzt wird. Und genau hier entstehen die meisten Migrations-Fehler. Verstehe zuerst, womit du es zu tun hast:
PrestaShop URL-Typen – je nach Konfiguration
# Ohne aktivierte freundliche URLs (Standard-Installation):
/index.php?controller=product&id_product=42&id_lang=1
/index.php?controller=category&id_category=4
/index.php?controller=cms&id_cms=7
# Mit aktivierten freundlichen URLs (SEO-Einstellungen):
/42-mein-produkt-name.html ← Produkt (mit ID-Prefix!)
/4-kategorie-name/ ← Kategorie (mit ID-Prefix!)
/content/7-ueber-uns ← CMS-Seite
/blog/1-mein-blog-artikel ← Blog (mit PS Blog-Modul)
Shopify URL-Struktur (immer gleich)
/products/mein-produkt-name
/collections/kategorie-name
/pages/ueber-uns
/blogs/news/mein-blog-artikel
Das vollständige Redirect-Mapping
| PrestaShop | Shopify | Besonderheit |
|---|---|---|
/42-produktname.html | /products/produktname | ID-Prefix entfernen, .html entfernen |
/4-kategorie-name/ | /collections/kategorie-name | ID-Prefix entfernen |
/content/7-ueber-uns | /pages/ueber-uns | /content/X- entfernen |
/blog/1-artikel-titel | /blogs/news/artikel-titel | Modul-Prefix entfernen |
/index.php?id_product=42 | /products/produktname | Parameter-URL redirecten |
/de/42-produktname.html | /products/produktname | Sprachpräfix entfernen (bei Mehrsprachigkeit) |
Redirects in Shopify importieren
In Shopify Admin → Navigation → URL-Weiterleitungen kannst du Redirects per CSV-Bulk-Import hochladen:
Redirect from,Redirect to
/42-mein-produkt.html,/products/mein-produkt
/4-kategorie-name/,/collections/kategorie-name
/content/7-ueber-uns,/pages/ueber-uns
/index.php?controller=product&id_product=42,/products/mein-produkt
Der Migrations-Plan: 6 Phasen, die du nicht überspringen darfst
Phase 1: PrestaShop-Analyse & Inventur (2–3 Wochen)
Vollständiges Backup erstellen. PrestaShop-Backup bedeutet mehr als nur die Datenbank:
- Datenbank-Export (Admin → Erweiterte Parameter → SQL-Manager oder phpMyAdmin)
- Kompletter
/img/-Ordner (Produktbilder, Kategoriebilder, Herstellerbilder) - Theme-Dateien und eigene Override-Dateien
- Alle aktiven Module inkl. Konfigurationsdaten
PrestaShop URL-Struktur analysieren. Prüfe zuerst:
- Sind freundliche URLs aktiviert? (Admin → Einstellungen → SEO & URLs)
- Welche URL-Schema-Einstellungen sind aktiv? (
.html-Endung? Sprachpräfix?) - Crawle mit Screaming Frog alle URLs inkl. der ID-Präfixe
Module inventarisieren. Erstelle eine Liste aller installierten Module:
- Welche sind bezahlt? (PrestaShop Addons Marketplace: typisch €50–500/Modul)
- Welche haben kritische Funktionen (Zahlungen, Versand, B2B, etc.)?
- Gibt es Shopify-Äquivalente? (meist ja, aber manchmal teurer oder anders)
Phase 2: Shopify grundeinrichten (1 Woche)
Richte vor der Datenmigration das Grundgerüst ein:
- Shopify-Shop anlegen – 3 Tage kostenlos testen, Plan erst kurz vor Go-Live wählen
- Theme installieren – Dawn, Sense oder Refresh für den Start. Custom-Theme nach der Migration. → Wie du das passende Shopify-Theme wählst
- Zahlungsanbieter konfigurieren – Shopify Payments (DE/AT/CH), PayPal, Klarna → Shopify-Zahlungsanbieter im Überblick
- Steuereinstellungen – DE: 19 % Standardsatz, 7 % ermäßigt. „Preise inkl. MwSt.” korrekt konfigurieren
Phase 3: Datenmigration (3–7 Tage)
Reihenfolge einhalten: Produkte → Kategorien → Kunden → Bestellhistorie → CMS-Seiten.
Nach dem Import stichprobenartig prüfen:
- 10 Produkte komplett: Titel, Beschreibung, Bilder, alle Kombinationen, Preis, Bestand
- 5 Kundenprofile: Adresse, E-Mail, Bestellhistorie
- 3 Bestellungen: Status, Produkte, Kundenverknüpfung
Phase 4: 301-Redirects & SEO-Vorbereitung (2–4 Tage)
Das ist der technisch kritischste Teil – siehe eigener Abschnitt oben.
Besonders bei PrestaShop prüfen:
- Alle Produkt-URLs mit ID-Prefix (z.B.
/42-name.html) - Alle Kategorie-URLs mit ID-Prefix (z.B.
/4-name/) - CMS-Seiten-URLs (z.B.
/content/7-name) - Falls mehrsprachig: Alle Sprachvarianten-URLs (z.B.
/de/42-name.html,/en/42-name.html)
Phase 5: Tracking & Analytics einrichten (1 Tag)
GA4 auf Shopify einrichten:
- Shopify Admin → Google & YouTube App installieren
- Measurement ID eingeben und Verbindung herstellen
purchase-Event bei einer Test-Bestellung verifizieren (GA4 Realtime-Report)- Wichtig: Shopify nutzt
/thank_youals Bestätigungsseite, nicht/order-confirmation/wie PrestaShop
Meta Pixel:
- Pixel-ID aus PrestaShop-Konfiguration übernehmen
- In Shopify via Facebook & Instagram App einbinden
- Im Meta Events Manager Testkauf durchführen und Events verifizieren
→ GA4 mit Shopify verbinden → Facebook Pixel in Shopify einrichten
Phase 6: DNS-Umstellung & Go-Live (1 Tag + 30 Tage Monitoring)
TTL 48 Stunden vorher auf 300 Sekunden setzen – minimiert die DNS-Propagationszeit beim Switch.
DNS-Eintrag ändern (bei IONOS, Hetzner, Strato, GoDaddy etc.):
- A-Record:
@auf23.227.38.65 - CNAME:
wwwaufshops.myshopify.com
30 Tage Monitoring:
- Täglich (erste 2 Wochen): Google Search Console → Abdeckung → Neue 404-Fehler sofort mit 301 beheben
- Wöchentlich: Top-50-Rankings in Ahrefs oder Sistrix vergleichen
LitExtension, Cart2Cart oder Matrixify? Welches Tool passt für PrestaShop
| Tool | Preis | Benutzerfreundlichkeit | Migriert | Ideal für |
|---|---|---|---|---|
| LitExtension Empfehlung | ab $89 (einmalig) | ⭐⭐⭐⭐⭐ | Produkte, Kombinationen, Kunden, Bestellungen, Kategorien, CMS-Seiten | Die meisten Shops |
| Cart2Cart | ab $69 (einmalig) | ⭐⭐⭐⭐ | Produkte, Kunden, Bestellungen, Kategorien | Einfache Migrationen ohne Custom-Module |
| Matrixify | ab $20/Monat | ⭐⭐⭐ | Alle Shopify-Daten via CSV/Excel (nach PrestaShop-Export) | Technisch versierte Nutzer, Datentransformation |
| Manueller CSV-Export | Kostenlos | ⭐⭐ | Nur Produkte & Kategorien (PrestaShop-Basis-Export) | Sehr kleine Shops (<30 Produkte) |
LitExtension ist der De-facto-Standard für automatisierte Shop-Migrationen und bietet einen dedizierten PrestaShop-Connector. Die Migration läuft vollautomatisch via API – inklusive PrestaShop "Combinations" (Varianten), Kategorien, CMS-Seiten und Bestellhistorie. Die "Recent Data Migration" Funktion synchronisiert kurz vor dem DNS-Switch alle neuen Bestellungen nach – minimale Downtime ohne Freeze-Periode. Besonderer Vorteil: LitExtension kann PrestaShop-spezifische SEO-URLs (mit ID-Prefix wie /123-product-name.html) korrekt mappen.
Vorteile
✓ Dedizierter PrestaShop-Connector, kein manueller CSV-Export nötig
✓ Migriert PrestaShop Combinations (Varianten) vollständig
✓ Recent Data Migration für minimale Downtime
✓ Demo-Migration kostenlos testbar vor dem Kauf
✓ Migriert CMS-Seiten (Impressum, AGB, Über uns)
Nachteile
✗ Mehrsprachige Inhalte benötigen manuelles Nacharbeiten in Shopify
✗ PrestaShop Multistore → Shopify nicht vollautomatisch
Preis: ab $89 einmalig + $29 Smart Update (Delta-Sync)
Cart2Cart ist einer der ältesten Anbieter für Shop-Migrationen und unterstützt PrestaShop als Quellsystem zuverlässig. Die WizardUI ist intuitiv, der Support gut erreichbar. Schwächen zeigen sich bei komplexen Kombinationen (viele Attribute) und bei der Migration mehrsprachiger Inhalte. Das Datenmapping ist weniger flexibel als bei LitExtension, aber für Standard-PrestaShop-Shops eine solide Wahl.
Vorteile
✓ Günstigerer Einstiegspreis
✓ Sehr einfache Wizard-Oberfläche
✓ 24/7 Support inklusive
✓ Demo-Migration kostenlos
Nachteile
✗ Weniger Kontrolle über Datenmapping
✗ Mehrsprachige Inhalte nicht vollständig übertragbar
✗ Produktbewertungen nicht migrierbar
Preis: ab $69 einmalig
Matrixify ist kein direktes Migrations-Tool, sondern ein mächtiger Shopify-Datenmanager über Excel/CSV. Der Workflow: PrestaShop-Daten über den integrierten CSV-Export extrahieren → in Matrixify-Format transformieren → in Shopify importieren. Ideal wenn PrestaShop-Daten vorher bereinigt oder transformiert werden müssen. Für technisch versierte Nutzer, die volle Kontrolle über jedes Datenfeld wollen.
Vorteile
✓ Maximale Kontrolle über alle Shopify-Datenfelder
✓ Ideal für Datentransformation und -bereinigung
✓ Monatliches Abo – ideal für iterative Imports
✓ Sehr gute Dokumentation und Community
Nachteile
✗ Erfordert manuelle Aufbereitung der PrestaShop-CSV-Exporte
✗ Steile Lernkurve ohne Shopify-Erfahrung
✗ Kein direkter PrestaShop-API-Connector
Preis: ab $20/Monat
PrestaShop bietet einen nativen CSV-Export für Produkte und Kategorien (Admin → Katalog → Produkte → Export). Dieser kann in Shopify über den Store Importer oder Matrixify importiert werden. Einschränkungen: Bestellhistorie, Kundendaten und CMS-Seiten sind nicht im Standard-Export enthalten. Für Shops über 50 Produkte wird dieser Ansatz schnell unübersichtlich und fehleranfällig.
Vorteile
✓ Komplett kostenlos
✓ Gut für initiales Testen der Datenstruktur
✓ Volle Kontrolle über die exportierten Daten
Nachteile
✗ Kein Kunden- oder Bestellungsexport im Standard
✗ Keine Bestellhistorie übertragbar
✗ Produktbilder müssen separat migriert werden
✗ Kein Support
Preis: Kostenlos
Die 4 PrestaShop-spezifischen Fallen – und wie du sie umgehst
Falle #1: Die ID-Präfix-URLs (das SEO-Killer-Detail)
Dies ist der PrestaShop-spezifische Fehler, der anderen Shopsystemen nicht passiert. PrestaShop schreibt die Datenbankid vor jeden URL-Slug: /42-produktname.html. Google hat diese URLs indexiert und Backlinks zeigen auf sie. Ohne Redirect verlierst du alles.
Lösung: Exportiere alle PrestaShop-URLs mit Screaming Frog, erkenne das Muster (Zahl + Bindestrich am Anfang), mappe jede URL auf die entsprechende Shopify-URL ohne ID.
Falle #2: Mehrsprachigkeit – PrestaShop vs. Shopify
PrestaShop hat native Mehrsprachigkeit eingebaut: Eine Installation, mehrere Sprachen, URLs mit Sprachpräfix (/de/, /en/, /fr/). Shopify funktioniert anders:
| Ansatz | PrestaShop | Shopify |
|---|---|---|
| Mehrsprachigkeit | Nativ eingebaut | Via Shopify Markets + Translate & Adapt App |
| URL-Struktur | /de/42-produkt.html | /products/produkt (de) & /en/products/product (en) |
| SEO | Separate URLs pro Sprache | Separate URLs via Hreflang |
| Kosten | Im System | Ggf. App-Kosten (ab $0, Translate & Adapt kostenlos) |
Für jeden Sprachpfad aus PrestaShop brauchst du eigene Redirects. Das verdoppelt (oder verdreifacht) deinen Redirect-Aufwand.
Falle #3: Bezahlte Module ohne Shopify-Äquivalent
PrestaShop hat einen eigenen Marktplatz (Addons) mit bezahlten Modulen von €50–500+. Viele davon haben kein direktes Shopify-Äquivalent – oder das Shopify-Äquivalent kostet monatlich statt einmalig.
Modul-Mapping-Tabelle (häufige Fälle):
| PrestaShop-Modul | Shopify-Äquivalent | Kosten |
|---|---|---|
| PS B2B Registration | Shopify B2B (Plus) oder B2B Wholesale App | ab $29/Monat |
| Advanced EU Compliance | Consentmo / Cookiebot App | ab $0/Monat |
| Cross-selling / Upsell | ReConvert, Frequently Bought Together | ab $0/Monat |
| PS Faceted Search | Native Shopify Filter (ab Boost) | ggf. Theme-abhängig |
| Loyalty Points | Smile.io, LoyaltyLion | ab $0/Monat |
| PrestaShop Blog | Shopify Blog (nativ) | kostenlos |
| Advanced Shipping | ShipStation, Shipperify | ab $0/Monat |
Falle #4: PrestaShop-Kombinationen mit vielen Attributen
PrestaShop erlaubt theoretisch unbegrenzt viele Attribut-Dimensionen für Kombinationen. In der Praxis sehen wir Shops mit: Größe × Farbe × Material × Ausführung × Länge. Das sind 5 Dimensionen – und Shopify erlaubt maximal 3.
Lösungsansätze:
- Attribute kombinieren – z.B. „Größe-Farbe” als eine Option: „38-Rot”, „38-Blau” usw.
- Separate Produkte erstellen – z.B. eine Variante als eigenes Produkt
- Apps nutzen – Infinite Options oder Variant Option Product Options ermöglichen über Metafields mehr Flexibilität
- Produktstruktur vereinfachen – oft eine gute Gelegenheit, den Katalog zu bereinigen
DSGVO bei der PrestaShop-Migration: Was du als deutschen Shop-Betreiber beachten musst
Die Passwort-Reset-E-Mail ist Pflicht
Kunden können ihr PrestaShop-Passwort nicht in Shopify verwenden. Informiere sie vor dem Go-Live per E-Mail:
- Was ändert sich (neues Shop-System)
- Warum ein Passwort-Reset notwendig ist
- Link zum Passwort-Reset-Formular
- Dass ihre Bestellhistorie vollständig erhalten bleibt
Diese Kommunikation ist nicht nur Kundenservice – sie ist im Sinne von Art. 13/14 DSGVO (Informationspflicht bei Datenverarbeitung) auch rechtlich relevant.
Datenschutzerklärung aktualisieren
- Shopify als Auftragsverarbeiter muss als Dienstleister benannt werden (Art. 28 DSGVO)
- AVV mit Shopify abschließen: Shopify Admin → Einstellungen → Rechtliches → Datenschutz
- Shopify-Serverstandorte erwähnen
- Alle neuen Apps (Klaviyo, Judge.me, Analytics etc.) einzeln auflisten
Cookie-Consent neu aufsetzen
Shopifys eingebauter Cookie-Banner reicht für den deutschen Markt nicht aus. Nutze:
- Consentmo (Shopify-App, beliebt für DE-Shops)
- Cookiebot / Usercentrics (externe Tools mit Shopify-Integration)
Ohne korrekte Einwilligung darfst du GA4, Meta Pixel und andere Tracker nicht laden.
Was kostet die PrestaShop-Shopify-Migration wirklich?
Diese Frage stellt jeder – und sie ist berechtigt. Aber ehrlich gesagt: Wer dir eine Zahl nennt, ohne deinen Shop zu kennen, lügt dich an. Ob deine Migration drei Wochen oder sechs Monate dauert, ob sie mit einem Tool-Abo oder einem fünfstelligen Agenturbudget abgedeckt ist – das hängt von deinem konkreten PrestaShop-Setup ab. Von der Anzahl und Komplexität deiner Produkte, von deinen Modulen, von der Mehrsprachigkeit, von der Menge der aufgebauten Rankings.
Was du trotzdem einplanen solltest: Die Migration selbst ist eine einmalige Investition. Was danach kommt, sieht oft anders aus als erwartet.
Der laufende Kostenvergleich, der die meisten überrascht
Das eigentliche finanzielle Argument für Shopify ist nicht der Migrationspreis – es sind die laufenden Kosten, die auf PrestaShop-Shops unsichtbar wachsen:
| Kostenblock | PrestaShop (jährlich) | Shopify Basic (jährlich) |
|---|---|---|
| Plattform-Software | €0 | €348 (€29/Monat) |
| Hosting (managed) | €120–600 | inklusive |
| SSL-Zertifikat | €0–100 | inklusive |
| Bezahlte Module | €200–2.000 | inklusive oder App-Kosten |
| Updates & Wartung | €500–3.000 (Agentur) | inklusive |
| Performance-Optimierung | €500–2.000 | inklusive |
| Gesamt | €1.320–7.700 | €500–2.000 |
Viele PrestaShop-Betreiber realisieren das erst, wenn sie ihre Agentur-Rechnungen der letzten drei Jahre zusammenzählen. Die Plattform ist kostenlos – der Betrieb nicht.
Was die Migrationskosten wirklich bestimmt
Eine Zahl ohne Kontext hilft dir nicht weiter. Was den Aufwand tatsächlich bestimmt:
- Produktkomplexität – Wie viele Kombinationen/Varianten? Mehr als 3 Attributdimensionen erfordern Umstrukturierung vor dem Import.
- Mehrsprachigkeit – Jede Sprache verdoppelt das Redirect-Mapping und die Inhaltsmigration.
- Bezahlte Module – Je mehr kritische Funktionen in Modulen stecken, desto mehr muss in Shopify neu gebaut werden.
- SEO-Abhängigkeit – Je mehr Traffic über organische Rankings kommt, desto sorgfältiger muss das URL-Mapping sein.
- Datenvolumen – Bestellhistorie, Kundendaten und CMS-Seiten: Volumen beeinflusst Tool-Kosten und Prüfaufwand.
Nichts vergessen: Deine vollständige PrestaShop-Migrations-Checkliste (33 Punkte)
Direkt abhaken im Browser – kein PDF-Download. Jeder fehlende Punkt kann Wochen kosten:
PrestaShop → Shopify Migration Checkliste
Alle Fragen zur PrestaShop-Shopify-Migration – beantwortet
Ja – aber nur mit einem vollständigen 301-Redirect-Mapping, das PrestaShop-spezifische URL-Muster berücksichtigt. Das bedeutet: Jede PrestaShop-URL inklusive der ID-Präfixe (z.B. /42-produktname.html) und ggf. Sprachpräfixe (z.B. /de/42-name.html) muss auf die entsprechende Shopify-URL weitergeleitet werden. Ohne dieses Mapping findet Google hunderte 404-Fehler, was zu einem 30–60 % Ranking-Einbruch führen kann. Die Erholung dauert 6–12 Monate.
PrestaShop schreibt bei aktivierten freundlichen URLs die interne Datenbankid als Präfix vor den URL-Slug: /42-produktname.html oder /4-kategorie-name/. Google hat diese URLs indexiert und Backlinks zeigen auf sie. Beim Wechsel zu Shopify – das keine IDs in URLs verwendet – müssen alle alten URLs mit ID-Präfix auf die neuen Shopify-URLs ohne ID weitergeleitet werden. Das ist eine PrestaShop-spezifische Herausforderung, die bei WooCommerce oder Magento nicht in dieser Form vorkommt.
Ein mehrsprachiger PrestaShop ist eine der komplexesten Migrationsaufgaben. Der Ablauf: 1) Jede Sprache wird als separate Shopify-Seite über Shopify Markets oder die Translate & Adapt App eingerichtet. 2) Alle mehrsprachigen URLs aus PrestaShop (mit Sprachpräfix wie /de/, /en/, /fr/) bekommen eigene 301-Redirects auf die entsprechenden Shopify-Sprach-URLs. 3) Hreflang-Tags müssen in Shopify korrekt konfiguriert werden. Für mehrsprachige Shops empfehlen wir Agentur-Unterstützung – der Aufwand verdoppelt oder verdreifacht sich.
Bezahlte PrestaShop-Module (vom Addons-Marktplatz) können nicht zu Shopify migriert werden – sie sind PrestaShop-spezifische Entwicklungen. Du benötigst für jede Modul-Funktionalität ein Shopify-Äquivalent: entweder eine Shopify-App (oft günstiger, manchmal teurer) oder eine Custom-Shopify-Entwicklung. Inventarisiere alle bezahlten Module vor der Migration und recherchiere Shopify-Alternativen. Plane diese Kosten in dein Migrationsbudget ein.
Das hängt von der Komplexität ab: Kleine Shops mit einer Sprache und Standard-Modulen (<200 Produkte): 3–6 Wochen. Mittlere Shops (200–1.000 Produkte): 2–4 Monate. Mehrsprachige Shops oder solche mit vielen Custom-Modulen: 4–7 Monate. Multistore-Migrationen: 6–12 Monate. Die häufigste Unterschätzung: Mehrsprachigkeit und Redirect-Mapping dauern jeweils 2–3x länger als erwartet.
LitExtension mit dem PrestaShop-Connector ist für die meisten Shops die erste Wahl: kein manueller CSV-Export nötig, migriert Kombinationen, CMS-Seiten und Bestellhistorie, Demo-Migration kostenlos testbar. Cart2Cart ist eine günstigere Alternative für einfache Standard-Shops. Matrixify eignet sich für technisch versierte Nutzer, die volle Kontrolle über das Daten-Mapping wollen, erfordert aber manuelle CSV-Aufbereitung der PrestaShop-Daten.
PrestaShop-Kombinationen entsprechen Shopify-Varianten, aber Shopify erlaubt maximal 3 Optionen (z.B. Größe, Farbe, Material) und maximal 100 Varianten pro Produkt. Wenn dein PrestaShop mehr als 3 Attributdimensionen nutzt, gibt es mehrere Lösungen: Attribute kombinieren (z.B. Größe+Farbe als eine Option), separate Produkte erstellen, oder Apps wie Infinite Options nutzen. Kläre das unbedingt vor dem ersten Import.
Ja, zwingend. Nach dem Wechsel zu Shopify musst du: 1) Shopify als Auftragsverarbeiter benennen und einen AVV abschließen (Shopify Admin → Einstellungen → Rechtliches → Datenschutz), 2) Shopifys Serverstandorte erwähnen, 3) Alle neuen Apps einzeln auflisten, 4) Den Cookie-Consent-Banner neu konfigurieren – Shopifys Standard-Banner ist für Deutschland nicht ausreichend. Für eine rechtssichere Datenschutzerklärung empfiehlt sich ein Datenschutz-Anwalt.
Ja, und das solltest du. Die beste Strategie: PrestaShop läuft weiter und nimmt Bestellungen an, Shopify wird im Hintergrund aufgebaut und getestet. Kurz vor dem DNS-Switch synchronisiert LitExtension alle seit dem ersten Import eingegangenen neuen Bestellungen nach (Recent Data Migration). Die eigentliche Downtime reduziert sich so auf die DNS-Propagationszeit von 24–48 Stunden.
Für die meisten mittelgroßen Shops: Ja. PrestaShop hat zwar keine Lizenzkosten, aber Hosting, Module, Wartung, Updates und gelegentliche Entwicklerkosten ergeben realistisch €2.000–8.000 pro Jahr. Shopify Basic kostet €29/Monat all-inclusive. Der Break-Even liegt bei den meisten Shops innerhalb von 12–18 Monaten nach der Migration. Hinzu kommt der Zeitwert: 15 Stunden weniger Wartungsaufwand pro Monat. Mach den vollständigen Kostenvergleich mit deinen echten PrestaShop-Zahlen.
Der größte Unterschied liegt in der URL-Struktur: PrestaShop setzt ID-Präfixe vor URLs (/42-name.html), WooCommerce nicht (/produkt/name/). PrestaShop-Migrationen haben außerdem häufig Mehrsprachigkeits-Komplexität, da PrestaShop native Mehrsprachigkeit bietet, die in Shopify anders abgebildet wird. PrestaShop-Kombinationen sind flexibler als WooCommerce-Varianten, was das Mapping komplizierter macht. Insgesamt sind PrestaShop-Migrationen tendenziell etwas aufwändiger als WooCommerce-Migrationen – besonders bei mehrsprachigen Shops.
Das hängt von deiner Shop-Komplexität ab – der Selbst-Check am Anfang des Artikels hilft dir. Faustregel: Unter 200 Produkten, eine Sprache, Standard-Module → DIY mit LitExtension gut machbar. Mehrsprachigkeit, viele Custom-Module oder starke SEO-Abhängigkeit → zumindest punktuell Agentur-Unterstützung holen. Eine gescheiterte DIY-Migration kostet in der Regel mehr als professionelle Hilfe.
Dein PrestaShop-Shop soll wachsen – nicht beim Wechsel stolpern
Lass uns gemeinsam schauen, was wir für deinen Online-Shop herausholen können.