10. Oktober 2026

Shopify URL Redirects: 301-Weiterleitungen einrichten, per CSV importieren und Fehler beheben

Werner Strauch
Werner Strauch Geschäftsführer & E-Commerce Stratege
Shopify URL Redirects: gläserne Pfeile leiten alte URLs auf neue Produkt- und Kollektionsseiten weiter

Shopify URL Redirects legst du im Admin unter Inhalte → Menüs → URL-Weiterleitungen anzeigen an, einzeln oder per CSV-Import. Shopify erzeugt dabei immer eine 301-Weiterleitung. Sie greift aber nur, wenn unter der alten Adresse keine Seite mehr existiert. Genau dieses Detail ist der Grund für die meisten „Meine Weiterleitung funktioniert nicht“-Fragen in der Shopify Community.

Die meisten Anleitungen zum Thema zeigen den Klickpfad (oft noch den alten) und hören dann auf. In der Praxis scheitern Weiterleitungen an anderen Stellen: an Pfaden, die Shopify sperrt, an Parametern aus dem Altsystem, an Sprachordnern, an Ketten nach der dritten Umbenennung. Dieser Guide behandelt alle diese Fälle. Dazu bekommst du einen CSV-Prüfer, der deine Importdatei vor dem Upload bereinigt, und ein Diagnose-Tool für die häufigsten Fehler.


Was eine URL-Weiterleitung in Shopify macht

Eine Weiterleitung (englisch Redirect) schickt Besucher und Suchmaschinen von einer alten Adresse automatisch auf eine neue. Wer /alte-tasse aufruft, landet auf /products/blaue-tasse. Der Server antwortet dabei mit dem Statuscode 301 („Moved Permanently“) und nennt im Location-Header das neue Ziel.

Shopify verarbeitet Weiterleitungen auf Serverebene, bevor das Theme geladen wird. Für Besucher passiert das ohne spürbare Verzögerung. Du brauchst dafür weder Code noch eine .htaccess-Datei. Auf Shopify gibt es keinen Zugriff auf die Serverkonfiguration, Anleitungen mit .htaccess oder PHP sind für Shopify-Shops also wertlos.

301 oder 302: was der Unterschied wirklich bedeutet

Ein 301 sagt: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen. Ein 302 sagt: Die Seite ist vorübergehend woanders. Die verbreitete Aussage, ein 302 gebe „keinen Linkwert weiter“, ist überholt. Google hat mehrfach bestätigt, dass Weiterleitungen der 30x-Familie keinen PageRank verlieren.

Der echte Unterschied liegt bei der Indexierung. Bei einem 301 ersetzt Google die alte URL im Index durch die neue. Bei einem 302 bleibt im Zweifel die alte URL im Index, weil Google davon ausgeht, dass sie zurückkommt. Für Umzüge, Umbenennungen und gelöschte Produkte willst du deshalb immer einen 301. Shopify nimmt dir die Entscheidung ab, weil es nativ nur 301 kennt.

StatuscodeBedeutungIndex nach einiger ZeitEinsatz in Shopify
301dauerhaft umgezogenneue URLStandard für alle Weiterleitungen
302 / 307vorübergehendeher alte URLnicht nativ, nur über Apps oder Theme-Code
Meta Refresh / JavaScriptWeiterleitung im Browserunzuverlässigvermeiden

Wann du eine Weiterleitung brauchst und wann nicht

Jede URL, die Besucher, Backlinks oder Rankings hatte, braucht eine Weiterleitung, sobald sie nicht mehr existiert. Typische Anlässe:

  • Du änderst den Handle eines Produkts, einer Kollektion, Seite oder eines Blogartikels
  • Du löschst ein Produkt dauerhaft oder fasst Produkte zusammen
  • Du baust die Kategorien um oder benennst Kollektionen neu
  • Du ziehst von einem anderen Shopsystem zu Shopify um
  • Du wechselst die Domain oder führst mehrere Shops zusammen
  • Du verschiebst Blogartikel von einem Blog in einen anderen (/blogs/news/ → /blogs/ratgeber/)

Keine Weiterleitung brauchst du für URLs ohne Traffic und ohne Backlinks, etwa alte Filter- oder Paginierungsseiten. Die dürfen einen 404 liefern. Google wertet das als normal.


Schritt für Schritt: Weiterleitungen in Shopify einrichten

Methode 1: Einzelne Weiterleitung im Admin

  1. Öffne im Shopify-Admin Inhalte → Menüs.
  2. Klicke oben rechts auf URL-Weiterleitungen anzeigen.
  3. Wähle URL-Weiterleitung erstellen.
  4. Trage bei Weiterleiten von den alten Pfad ein, zum Beispiel /alte-tasse.
  5. Trage bei Weiterleiten zu das Ziel ein, zum Beispiel /products/blaue-tasse.
  6. Speichere. Die Weiterleitung ist sofort aktiv.

Bei der Quelle gibst du nur den Pfad mit führendem Schrägstrich an, ohne Domain. Als Ziel kannst du einen internen Pfad oder eine vollständige externe URL eintragen (https://andere-domain.de/seite).

Für ältere Shops und Anleitungen: Früher lag der Bereich unter Onlineshop → Navigation. Beide Pfade meinen dieselbe Funktion. Wie der Menübereich aufgebaut ist, erklären wir ausführlich im Guide zum Shopify Menü bearbeiten.

Methode 2: Automatisch beim Ändern eines Handles

Änderst du die URL eines Produkts, einer Kollektion oder einer Seite im Bereich Suchmaschineneintrag, bietet Shopify die Checkbox URL-Weiterleitung erstellen an. Bei Seiten ist sie vorausgewählt. Lass sie aktiviert. Shopify legt dann die Weiterleitung vom alten auf den neuen Handle selbst an.

Diese Automatik hat Lücken, die du kennen solltest:

  • Bulk-Änderungen über CSV-Produktimport, Bulk-Editor, Apps oder API erzeugen nicht zuverlässig Weiterleitungen. Prüfe nach jedem Massenimport die Liste der Weiterleitungen.
  • Übersetzte Handles: Ändert sich die URL einer Sprachversion, entsteht laut Berichten aus der Shopify Community keine automatische Weiterleitung.
  • Blogwechsel: Verschiebst du einen Artikel in einen anderen Blog, ändert sich der Pfad, ohne dass eine Weiterleitung angelegt wird.
  • Gelöschte Produkte bekommen nie automatisch eine Weiterleitung.

Wer viele Produkte gleichzeitig ändert, findet im Artikel zum Shopify Bulk Editor die passenden Werkzeuge. Plane dort die Weiterleitungen gleich mit ein.

Methode 3: CSV-Import für viele Weiterleitungen

Ab etwa 20 Weiterleitungen lohnt sich der Import:

  1. Öffne Inhalte → Menüs → URL-Weiterleitungen anzeigen.
  2. Klicke auf Importieren und lade deine CSV-Datei hoch.
  3. Shopify zeigt eine Vorschau. Prüfe sie und klicke auf Weiterleitungen importieren.
  4. Lies den Abschlussbericht. Fehlerhafte Zeilen listet Shopify einzeln auf.

Über Exportieren bekommst du jederzeit alle bestehenden Weiterleitungen als CSV. Diesen Export solltest du vor jedem größeren Import ziehen, als Sicherung und um Konflikte zu erkennen.


Das exakte CSV-Format für den Shopify-Import

Shopify beschreibt das Format nur knapp. Diese Regeln musst du einhalten:

RegelRichtigFalsch
KopfzeileRedirect from,Redirect toVon,Nach oder keine Kopfzeile
TrennzeichenKommaSemikolon (Standard bei deutschem Excel)
Quelle/alte-tassehttps://mein-shop.de/alte-tasse oder alte-tasse
Ziel intern/products/blaue-tasseproducts/blaue-tasse
Ziel externhttps://andere-domain.de/seiteandere-domain.de/seite
KodierungUTF-8ANSI (Umlaute werden zu Sonderzeichen)
Duplikatejede Quelle genau einmaldieselbe Quelle mit zwei Zielen

Eine korrekte Datei sieht so aus:

Redirect from,Redirect to
/alte-tasse,/products/blaue-tasse
/kategorie/tassen,/collections/tassen
/ueber-uns.html,/pages/ueber-uns
/blog/tassen-pflegen,/blogs/ratgeber/tassen-pflegen

Redirect-CSV vor dem Import prüfen

Füge den Inhalt deiner CSV-Datei ein oder lade das Beispiel. Der Prüfer entfernt Domains aus der Quelle, ergänzt fehlende Schrägstriche, stellt Semikolons auf Kommas um, entfernt Duplikate, Selbst-Weiterleitungen, Wildcards und gesperrte Pfade und löst Ketten auf ihr Endziel auf. Das Ergebnis lädst du direkt als importfähige Datei herunter.

Redirect-CSV-Prüfer für Shopify

CSV-Inhalt einfügen, prüfen, bereinigte Datei herunterladen. Die Prüfung läuft nur in deinem Browser, es werden keine Daten übertragen.


Was Shopify-Weiterleitungen nicht können

Wer diese Grenzen kennt, spart sich die meisten Support-Tickets. Alle Punkte stammen aus dem Shopify Help Center oder lassen sich mit einem einfachen Test nachvollziehen.

Weiterleitungen greifen nur bei 404

Das ist die wichtigste Regel. Existiert unter der alten URL noch ein Produkt, eine Kollektion oder eine Seite, ignoriert Shopify die Weiterleitung. Du kannst also keine aktive Seite auf eine andere umleiten.

Die Folgen in der Praxis:

  • Setzt du ein Produkt auf Entwurf oder blendest eine Kollektion aus, liefert die URL einen 404. Die Weiterleitung greift.
  • Machst du die Kollektion später wieder sichtbar, löscht Shopify die Weiterleitung laut Help Center automatisch. Nach saisonalen Kollektionen lohnt deshalb ein Blick in die Liste.
  • Willst du eine bestehende Seite umleiten, musst du sie zuerst löschen oder ihren Handle ändern.

Gesperrte und feste Pfade

Für diese Pfade nimmt Shopify keine Weiterleitung an:

PfadWarum
/ (Startseite)existiert immer
/products, /collections, /collections/allfeste Systemseiten
/cart, /carts, /ordersWarenkorb und Bestellungen
/apps, /a/, /application, /services, /tools/, /community/reserviert für Apps und Shopify-Dienste
/shopreserviertes Präfix
/collections/vendors, /collections/typesautomatische Hersteller- und Typenseiten
Kollektions-URLs mit Tag-Filter (/collections/tassen/rot)gefilterte Ansichten

Wer zum Beispiel /collections/all loswerden will, muss die internen Links darauf ersetzen und die Seite im Theme anders gestalten. Eine Weiterleitung ist hier ausgeschlossen.

Keine Wildcards, kein Regex

Shopify gleicht jede Weiterleitung exakt ab. Eine Regel wie „leite alles unter /sale/* nach /collections/sale“ gibt es nativ nicht. Du brauchst eine Zeile pro URL. Bei Migrationen mit tausenden URLs erzeugst du die Liste deshalb aus einem Crawl oder Export, statt sie von Hand zu schreiben.

Brauchst du wirklich Muster-Regeln, helfen Apps wie Ablestar Link Manager oder vergleichbare Redirect-Apps. Prüfe bei jeder App mit curl -I, ob sie einen echten Server-301 liefert. Manche Apps leiten erst im Browser per JavaScript von der 404-Seite weiter. Für Besucher sieht das gleich aus, für Google ist es ein schwächeres Signal.

Parameter, .html und Groß-/Kleinschreibung

Altsysteme wie JTL, Magento oder ältere Shopware-Versionen erzeugen URLs wie /index.php?id=123 oder /produkt.html. Shopify schreibt selbst, dass Weiterleitungen mit Parametern „möglicherweise nicht wie erwartet“ funktionieren. Endungen wie .html funktionieren als Quelle in der Regel. Teste trotzdem jede Variante nach dem Import.

Zur Groß-/Kleinschreibung und zum abschließenden Schrägstrich (/seite/ statt /seite) gibt es keine offizielle Angabe. Wenn deine alten URLs beide Varianten hatten, prüfe beide einzeln.

Märkte und Sprachordner

Hier widerspricht sich das Shopify Help Center selbst. An einer Stelle heißt es, eine Weiterleitung gelte für alle Sprach- und Marktordner. An einer anderen, sie gelte nicht automatisch für alle Marktordner. Für Shops mit /en/, /de-ch/ oder /at/ heißt das: Verlass dich auf keine der beiden Aussagen.

So gehst du sicher vor:

  1. Lege die Weiterleitung für den Standardpfad an (/alte-tasse).
  2. Rufe jede Sprachvariante auf: /en/alte-tasse, /de-ch/alte-tasse.
  3. Leitet eine Variante nicht weiter, lege für sie eine eigene Zeile an (/en/alte-tasse → /en/products/blue-mug).
  4. Hast du übersetzte Handles geändert, ergänze die Weiterleitungen für die Sprachversion selbst.

Nur verbundene Domains

Weiterleitungen gelten nur für Domains, die unter Einstellungen → Domains mit dem Shop verbunden sind. Zeigt eine alte Subdomain wie shop.firma.de noch auf einen anderen Server, landet der Aufruf gar nicht bei Shopify. Verbinde die Domain zuerst. Hast du mehrere Domains verbunden, leitet Shopify sie standardmäßig auf deine Hauptdomain weiter. Wie das Verbinden funktioniert, zeigt unser Artikel Shopify mit Domain verbinden.


Shopify URL-Struktur und SEO: die festen Präfixe

Shopify gibt die URL-Struktur vor. Jeder Inhaltstyp hat ein festes Präfix, das du nicht ändern kannst:

InhaltURL-Muster
Produkt/products/handle
Kollektion/collections/handle
Produkt in Kollektion/collections/handle/products/handle
Seite/pages/handle
Blogartikel/blogs/blogname/handle
Blogübersicht/blogs/blogname

Unterkategorien in der URL wie /damen/schuhe/sneaker gibt es nicht. Bei einem Umzug wird deshalb aus einer tiefen Kategoriestruktur eine flache: /damen/schuhe/sneaker wird zu /collections/damen-sneaker. Das ist für SEO kein Nachteil, solange jede alte URL sauber weiterleitet.

Die Variante /collections/x/products/y taucht auf, wenn Besucher über eine Kollektion zu einem Produkt navigieren. Shopify setzt auf diesen Seiten einen Canonical-Tag auf /products/y. Leite deshalb immer auf /products/y weiter, nie auf die Kollektionsvariante.


Gelöschte und ausverkaufte Produkte: wohin weiterleiten?

Hier machen viele Shops Fehler. Eine Weiterleitung auf die Startseite wirkt wie die bequeme Lösung, Google wertet sie aber oft als Soft-404. Der Besucher sucht eine Tasse und landet auf einer Seite, die nichts mit Tassen zu tun hat. Die folgende Matrix hilft bei der Entscheidung:

SituationBeste Lösung
Vorübergehend ausverkauftProdukt online lassen, „ausverkauft“ anzeigen, Benachrichtigung anbieten. Keine Weiterleitung.
Durch Nachfolgermodell ersetzt301 auf das Nachfolgerprodukt
Dauerhaft entfernt, es gibt eine passende Kollektion301 auf die Kollektion
Dauerhaft entfernt, ohne Ersatz, mit Backlinks301 auf die thematisch nächste Kollektion oder einen Ratgeber
Dauerhaft entfernt, ohne Traffic und Backlinks404 lassen
Saisonprodukt, kommt nächstes Jahr zurückProdukt online lassen oder auf Entwurf setzen, nicht löschen

Wenn du ein Produkt auf Entwurf setzt statt es zu löschen, behältst du Daten, Bewertungen und den Handle. Kommt es zurück, ist es wieder unter derselben URL erreichbar. Denk daran: Eine Weiterleitung auf diesen Handle wird dann wirkungslos, weil die Seite wieder existiert.


Weiterleitungsketten und Schleifen finden und auflösen

Eine Kette entsteht, wenn A auf B zeigt und B auf C. Das passiert fast immer schleichend: Ein Produkt wird 2023 umbenannt, 2025 noch einmal, und beim Umzug kommt eine dritte Weiterleitung dazu. Jede Kette verlängert die Ladezeit, und Google folgt nicht beliebig vielen Sprüngen. Eine Schleife (A → B → A) führt zur Fehlermeldung „zu viele Weiterleitungen“.

So bereinigst du deine Weiterleitungen in vier Schritten:

  1. Exportieren: Unter URL-Weiterleitungen anzeigen → Exportieren bekommst du alle Einträge als CSV.
  2. Prüfen: Füge den Inhalt in den CSV-Prüfer weiter oben ein. Er zeigt jede Kette und jede Schleife und schreibt die Ziele auf das Endziel um.
  3. Alte Einträge löschen: Filtere in Shopify die betroffenen Weiterleitungen und lösche sie.
  4. Neu importieren: Lade die bereinigte Datei hoch.

Gewöhn dir an, bei jeder neuen Umbenennung auch die bestehenden Weiterleitungen auf das neue Ziel zu prüfen. Am einfachsten machst du das mit dem Filter Weiterleiten zu in der Liste: Suche nach dem alten Handle und ändere alle Treffer auf das neue Ziel.


Weiterleitungen testen

Teste nach jedem Import eine Stichprobe, nach einer Migration alle wichtigen URLs. Dafür gibt es drei Wege.

Im Browser: Öffne die alte URL im Inkognito-Fenster. Browser speichern 301-Weiterleitungen dauerhaft, im normalen Fenster siehst du nach einer Änderung womöglich ein altes Ergebnis.

Im Terminal: Der Befehl zeigt die echte Antwort des Servers.

curl -I https://dein-shop.de/alte-tasse

In der Antwort muss HTTP/2 301 stehen und der location-Header auf das richtige Ziel zeigen. Steht dort 200, existiert die alte Seite noch. Bei 404 gibt es keine passende Weiterleitung.

Mit einem Crawler: Bei vielen URLs lädst du die Liste in den Listenmodus eines Crawlers wie Screaming Frog. Er zeigt für jede URL den Statuscode, das Ziel und erkannte Ketten.

Warum funktioniert meine Shopify-Weiterleitung nicht?

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Wahrscheinlichste Ursache


Weiterleitungen automatisieren: Shopify Flow und API

Für Shops mit großem Sortiment lohnt sich Automatisierung. Kaum ein Ratgeber erwähnt diese beiden Möglichkeiten.

Shopify Flow: Weiterleitung beim Archivieren

Shopify Flow hat eine eigene Aktion URL-Weiterleitung erstellen mit den Feldern Pfad und Ziel sowie der Option, eine bestehende Weiterleitung zu überschreiben. Ein typischer Workflow:

  1. Auslöser: Produkt wurde aktualisiert
  2. Bedingung: Status ist „archiviert“
  3. Aktion: Weiterleitung von /products/{{product.handle}} auf eine Kollektion, die du im Workflow festlegst, etwa die Kategorie des Produkttyps

Achtung bei der Vorlage „Produkt gelöscht“: Sie baut den Pfad aus dem Produkttitel. Hast du Handles individuell angepasst, stimmt der Pfad nicht. Nutze immer den Handle, und arbeite besser mit dem Archivieren statt dem Löschen, weil beim Löschen nicht mehr alle Produktdaten zur Verfügung stehen.

Admin API: Import und Bereinigung per Skript

Entwickler steuern Weiterleitungen über die GraphQL Admin API (Berechtigung write_online_store_navigation):

AufgabeMutation
Einzelne Weiterleitung anlegenurlRedirectCreate
Weiterleitung ändern oder löschenurlRedirectUpdate, urlRedirectDelete
CSV-Import per SkripturlRedirectImportCreate, danach urlRedirectImportSubmit
Viele auf einmal löschenurlRedirectBulkDeleteByIds, urlRedirectBulkDeleteBySearch

Redirect-App oder native Funktion?

Für die meisten Shops reicht die native Funktion. Eine App lohnt sich in drei Fällen:

  • Du brauchst Muster-Regeln, weil tausende alte URLs einem festen Schema folgen
  • Du willst 404-Fehler protokollieren, um fehlende Weiterleitungen laufend zu finden
  • Du musst Parameter-URLs aus einem Altsystem gezielt umleiten

Für reinen Massenimport und -export nutzen viele Agenturen Matrixify, das Weiterleitungen zusammen mit Produkten und Kollektionen verarbeitet. Vergleiche vor der Installation die aktuellen Bewertungen im Shopify App Store und teste den Statuscode, den die App liefert.


Monitoring nach Änderungen

Eine Weiterleitung einzurichten ist die halbe Arbeit. Die andere Hälfte ist die Kontrolle danach.

In der Google Search Console prüfst du den Bericht Seitenindexierung. Unter „Nicht gefunden (404)“ tauchen URLs auf, die Google noch kennt, für die es aber keine Weiterleitung gibt. Exportiere die Liste, ordne jeder relevanten URL ein Ziel zu und importiere die Weiterleitungen nach. Nach einer Migration machst du das wöchentlich, danach reicht ein Blick pro Monat.

Lösche Weiterleitungen nicht nach ein paar Monaten. Google empfiehlt, sie nach einem Umzug mindestens ein Jahr bestehen zu lassen. Externe Links auf alte URLs bleiben oft viel länger im Netz. Solange du unter dem Limit bleibst, gibt es keinen Grund, funktionierende Weiterleitungen zu entfernen.

Die vollständige SEO-Kontrolle deines Shops beschreiben wir im Shopify SEO-Audit.

Shopify URL Redirects: Checkliste für jede URL-Änderung

Vom Export bis zum Monitoring

0 / 15 erledigt

Vorbereitung

  • Bestehende Weiterleitungen als CSV exportieren Inhalte → Menüs → URL-Weiterleitungen anzeigen → Exportieren
  • Betroffene URLs mit Traffic und Backlinks auflisten Search Console, Leistung, Seiten der letzten 12 Monate
  • Für jede URL ein passendes Ziel festlegen Nachfolger, Kollektion oder Ratgeber, nie pauschal die Startseite

Import

  • CSV mit Kopfzeile Redirect from, Redirect to und Kommas speichern
  • Quelle ohne Domain, mit führendem Schrägstrich
  • CSV durch den Redirect-CSV-Prüfer laufen lassen Ketten, Duplikate, gesperrte Pfade entfernen
  • Alte Seiten löschen, archivieren oder auf Entwurf setzen Weiterleitungen greifen nur bei 404
  • CSV importieren und Fehlerbericht lesen

Test

  • Stichprobe per curl -I prüfen: Status 301 und richtiges Ziel
  • Sprach- und Marktordner einzeln testen /en/, /de-ch/, /at/
  • Parameter-URLs und .html-URLs einzeln testen
  • Bei vielen URLs: Crawl im Listenmodus

Monitoring

  • Search Console: Bericht Seitenindexierung, 404-Fehler prüfen Nach Migrationen wöchentlich, sonst monatlich
  • Fehlende Weiterleitungen nachimportieren
  • Weiterleitungen mindestens ein Jahr bestehen lassen

Umzug, Relaunch oder neue Struktur geplant?

Wir prüfen deine bestehenden URLs, erstellen das komplette Redirect-Mapping und kontrollieren nach dem Go-live, dass keine Rankings verloren gehen.


Weiterleitungen bei einer Migration zu Shopify

Beim Umzug von einem anderen Shopsystem ändern sich fast alle URLs gleichzeitig. Hier entscheidet die Vollständigkeit des Mappings darüber, ob du Rankings behältst. Der Ablauf in Kurzform:

  1. Alle alten URLs sammeln: Crawl, Sitemap, Search Console und Backlink-Daten
  2. Jeder URL eine Shopify-URL zuordnen, nach den festen Präfixen oben
  3. CSV erstellen, prüfen und importieren, bevor du die Domain umstellst
  4. Nach dem Domainwechsel alle URLs im Listenmodus testen
  5. 30 Tage lang 404-Fehler in der Search Console beobachten und nachbessern

Für die einzelnen Systeme haben wir eigene Detail-Guides mit fertigen URL-Mappings:

Wechselst du nur die Domain, findest du die Details im Artikel zum Domain-Umzug ohne Risiko.


Häufige Fragen zu Shopify URL Redirects

Öffne im Shopify-Admin Inhalte → Menüs und klicke auf URL-Weiterleitungen anzeigen. Wähle URL-Weiterleitung erstellen, trage bei Weiterleiten von den alten Pfad ein (zum Beispiel /alte-seite) und bei Weiterleiten zu das neue Ziel. Nach dem Speichern ist die Weiterleitung sofort aktiv. Shopify erzeugt automatisch einen 301.

Die häufigste Ursache: Unter der alten URL existiert noch eine Seite. Shopify-Weiterleitungen greifen nur, wenn die alte Adresse einen 404 liefert. Weitere Ursachen sind gesperrte Pfade wie /collections/all, Parameter in der URL, ein Sprachordner ohne eigene Weiterleitung, eine nicht verbundene Domain oder der Browser-Cache. Teste im Inkognito-Fenster oder mit curl -I.

Ein Shopify-Shop kann bis zu 100.000 URL-Weiterleitungen speichern. Mit Shopify Plus liegt das Limit bei 20 Millionen.

Die Datei braucht die Kopfzeile Redirect from,Redirect to, Kommas als Trennzeichen und UTF-8-Kodierung. In der ersten Spalte steht der alte Pfad ohne Domain mit führendem Schrägstrich, in der zweiten das Ziel als Pfad oder vollständige URL. Jede Quelle darf nur einmal vorkommen. Deutsches Excel speichert standardmäßig mit Semikolon, das führt zu Importfehlern.

Nein, nicht nativ. Alle Weiterleitungen im Shopify-Admin sind 301-Weiterleitungen. Einen 302 oder 307 kannst du nur über Apps oder eigene Lösungen im Theme setzen. Für dauerhafte Änderungen wie Umbenennungen, Löschungen und Umzüge ist der 301 ohnehin der richtige Statuscode.

Nein. Shopify lässt für /products, /collections, /collections/all, die Startseite sowie für /cart, /orders, /apps, /a/ und weitere reservierte Pfade keine Weiterleitungen zu. Auch Kollektions-URLs mit Tag-Filtern sind ausgeschlossen. Ändere stattdessen die internen Links, die auf diese Seiten zeigen.

Teilweise. Wenn du den Handle eines Produkts, einer Kollektion oder einer Seite im Admin änderst, bietet Shopify die Checkbox URL-Weiterleitung erstellen an. Für gelöschte Produkte, Massenänderungen per Import oder API, verschobene Blogartikel und übersetzte Handles entstehen keine verlässlichen automatischen Weiterleitungen. Diese musst du selbst anlegen.

Nicht mit der nativen Funktion. Shopify gleicht jede Weiterleitung exakt ab, Muster wie /sale/* werden nicht unterstützt. Für Muster-Regeln brauchst du eine Redirect-App. Prüfe dabei, ob die App einen echten 301 vom Server liefert oder nur im Browser per JavaScript weiterleitet.

Die Shopify-Hilfe macht dazu widersprüchliche Angaben. Teste deshalb jede Sprachvariante einzeln, zum Beispiel /en/alte-seite. Greift die Weiterleitung dort nicht, lege für den Unterordner eine eigene Weiterleitung an. Bei geänderten übersetzten Handles entstehen keine automatischen Weiterleitungen.

Auf das Nachfolgerprodukt, wenn es eines gibt, sonst auf die passende Kollektion. Eine Weiterleitung auf die Startseite wertet Google oft als Soft-404. Hat das Produkt weder Traffic noch Backlinks, darf die URL auch einen 404 liefern. Vorübergehend ausverkaufte Produkte solltest du online lassen und nicht weiterleiten.

Google empfiehlt bei Umzügen mindestens ein Jahr. In Shopify gibt es keinen Grund, funktionierende Weiterleitungen zu entfernen, solange du unter dem Limit bleibst. Externe Links auf alte URLs bleiben oft jahrelang bestehen.

Nein. Shopify ist eine gehostete Plattform ohne Zugriff auf die Serverkonfiguration. Weiterleitungen richtest du ausschließlich über den Admin, den CSV-Import, Shopify Flow, die Admin API oder Apps ein.


Quellen

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