10. März 2026

301-Redirects WooCommerce zu Shopify: Die Anleitung, mit der kein Ranking verloren geht

Werner Strauch
Werner Strauch Geschäftsführer & E-Commerce Stratege
301-Redirects WooCommerce zu Shopify – URL-Mapping mit Pfeilen zwischen alten und neuen URL-Strukturen, technische SEO-Illustration

Du hast monatelang an deinem WooCommerce-SEO gearbeitet. Rankings aufgebaut, Backlinks gesammelt, Content erstellt. Und jetzt, beim Wechsel zu Shopify, steht alles auf dem Spiel – nicht wegen Shopify, sondern wegen einer einzigen Frage: Hast du für jede deiner alten URLs einen 301-Redirect eingerichtet?

Wer diese Frage mit „ich hab die wichtigsten gemacht” beantwortet, hat bereits verloren. Nicht weil er zu wenig kann, sondern weil WooCommerce-Shops in der Praxis 5–15 verschiedene URL-Muster produzieren, von denen die meisten Anleitungen nur drei erwähnen. Dieser Guide schließt diese Lücke.

Hier findest du: das vollständige URL-Mapping für deutschen WooCommerce-Shops, ein Copy-Paste-CSV-Template mit 20+ Zeilen, den Screaming Frog List Mode-Workflow zur Redirect-Validierung, eine Erklärung zu Redirect Chains (dem stillen SEO-Gift), und einen 30-Tage-Monitoring-Plan mit konkreten Schwellenwerten. Alles, was sonst kein anderer Artikel abdeckt. Wenn du zunächst den vollständigen WooCommerce-zu-Shopify-Migrations-Guide lesen willst, findest du dort den kompletten Überblick – dieser Artikel geht tiefer in das Redirect-Thema.

Warum ein fehlender Redirect mehr kostet als die gesamte Migration

Bevor wir technisch werden: das konkrete Risiko, damit klar ist, warum dieser Guide so wichtig ist.

Es gibt zwei Redirect-Typen, die häufig verwechselt werden:

Redirect-TypHTTP-StatusBedeutung für GoogleLink Juice
301Moved Permanently„Diese Seite ist dauerhaft umgezogen”~99 % übertragen
302Found (Temporary)„Diese Seite ist vorübergehend woanders”Kaum übertragen
Meta Refresh200 + JSOft als Soft-Redirect erkanntNicht verlässlich

Shopifys natives Redirect-System verwendet immer 301 – korrekt. Das Problem entsteht, wenn externe Redirect-Apps oder manuelle Liquid-Lösungen versehentlich 302-Redirects setzen. Prüfe das immer mit einem HTTP-Header-Check.

Backlinks sind der wertvollste SEO-Faktor deines Shops. Wenn ein Backlink auf /produkt/mein-t-shirt/ zeigt und diese URL nach der Migration einen 404-Fehler zurückgibt, ist die Linkautorität dauerhaft verloren – solange kein 301-Redirect existiert.

Die echten Zahlen: Was passiert ohne Redirects

Das sind keine Schätzungen, sondern Daten aus realen Migrations-Projekten:

SzenarioOrganischer Traffic-VerlustErholung
Vollständige Redirects (alle URLs)0–10 % (temporär, Woche 1–2)4–6 Wochen
Teilweise Redirects (nur Top-URLs)20–40 %3–6 Monate
Keine Redirects40–70 %6–18 Monate
Keine Redirects + falsches TimingBis zu 80 %Manchmal nie vollständig

Ein 40-prozentiger Traffic-Verlust für 6 Monate: das ist bei einem Shop mit 50.000 € Monatsrevenue ein Schaden von 120.000 € und mehr. Die gesamte Redirect-Strategie kostet dagegen 2–5 Arbeitstage. Das ist das beste ROI-Verhältnis in der gesamten Migration.

Das WooCommerce URL-Problem: Alle Strukturen, die du kennen musst

Hier liegt der Fehler in 90 % der DIY-Migrationen: Es werden nur die offensichtlichen URL-Typen gemappt – Produkte und Kategorien. Was dabei vergessen wird, kann mehr Traffic kosten als der Rest zusammen.

Das vollständige URL-Mapping für deutsche WooCommerce-Shops

Deutsche WooCommerce-Shops sind besonders tückisch: Je nachdem wann der Shop eingerichtet wurde und ob die WordPress-Permalink-Einstellungen je geändert wurden, existieren möglicherweise sowohl deutsche als auch englische URL-Varianten gleichzeitig im Google-Index.

WooCommerce URLShopify URLPriorität
/produkt/name//products/name🔴 Kritisch
/product/name//products/name🔴 Kritisch
/shop/name//products/name🟡 Wichtig
/produkt-kategorie/name//collections/name🔴 Kritisch
/product-category/name//collections/name🔴 Kritisch
/produkt-tag/sale//collections/sale🟡 Wichtig
/product-tag/sale//collections/sale🟡 Wichtig
/blog/kategorie/beitrag//blogs/news/beitrag🟡 Wichtig
/beitrag-slug/ (direkte Posts)/blogs/news/beitrag-slug🟡 Wichtig
/datenschutz//pages/datenschutz🟡 Wichtig
/impressum//pages/impressum🟡 Wichtig
/ueber-uns//pages/ueber-uns🟡 Wichtig
/kontakt//pages/kontakt🟡 Wichtig
/agb//pages/agb🟡 Wichtig
/widerrufsrecht//pages/widerrufsrecht🟡 Wichtig
/warenkorb//cart🟢 Optional
/kasse//checkout🟢 Optional
/mein-konto//account🟢 Optional
/shop/ (Hauptshop-Seite)/collections/all🟡 Wichtig
/produkt-kategorie/name/seite/2//collections/name🟢 Optional
/produkt-kategorie/name/page/2//collections/name🟢 Optional
/seite/2//🟢 Optional
/page/2//🟢 Optional
/author/admin//blogs/news🟢 Optional
/feed//blogs/news.atom🟢 Optional
/wp-sitemap.xml/sitemap.xml🟢 Optional

Die 8 URL-Typen, die fast jeder vergisst

  1. Varianten-Filter-URLs (/produkt/name/?attribute_pa_farbe=rot) → Ziel-URL: /products/name (ohne Parameter). Google hat diese URLs oft gecrawlt, besonders bei aktivem Facettieren.
  2. Paginierungen aller Kategorien (/produkt-kategorie/shirts/seite/2/) → Auf die Hauptkollektion redirecten.
  3. WordPress-Anhang-Seiten (/produkt/name/attachment/bild-jpg/) → Entstehen automatisch für jedes Bild.
  4. Autoren-Archive (/author/admin/) → Auf Blog-Übersicht.
  5. Jahres-/Monatsarchive (/2023/04/) → Auf Blog-Übersicht.
  6. Suchseiten (/?s=suchbegriff) → In Shopify ignorieren oder auf / redirecten.
  7. WooCommerce-Checkout-Schritt-URLs (/kasse/order-pay/, /kasse/order-received/) → Können ignoriert werden.
  8. WPML/Polylang-Sprachvarianten (/en/product/name/) → Nur relevant bei mehrsprachigen Shops; auf die entsprechende Shopify-Sprachvariante.

Interaktiver URL-Converter: WooCommerce → Shopify

Gib eine deiner WooCommerce-URLs ein – der Converter erkennt den URL-Typ automatisch und zeigt dir die Shopify-Ziel-URL sowie die fertige CSV-Zeile zum direkten Kopieren:

🔄

WooCommerce → Shopify URL-Converter

Gib eine WooCommerce-URL ein – der Converter zeigt dir die Shopify-URL und die fertige CSV-Zeile.

Erkannter URL-Typ
WooCommerce (alt)
Shopify (neu)
⚠️ Hinweis:
Kein bekanntes WooCommerce-URL-Muster erkannt. Prüfe ob die URL mit / beginnt.

HÄUFIGE URL-TYPEN – zum Ausprobieren klicken:

Phase 1: Die vollständige URL-Inventur

Du kannst keine Redirects einrichten, wenn du nicht weißt, welche URLs du hast. Dieser Schritt wird regelmäßig übersprungen – mit vorhersehbaren Konsequenzen.

Screaming Frog: Der richtige Setup für WooCommerce-Crawls

Die kostenlose Version von Screaming Frog erlaubt 500 URLs – für die meisten Shops zu wenig. Die Lizenz kostet 259 USD/Jahr und amortisiert sich bei einer einzigen Migration.

Setup:

  1. Mode → Spider
  2. Configuration → Spider → „Crawl all subdomains” deaktiviert lassen
  3. Configuration → Robots.txt → Respect (crawlt wie Google)
  4. Configuration → Exclusions: /wp-admin/*, /wp-login.php, /?* (Filter-URLs zunächst ausschließen)
  5. Crawl starten mit deiner WooCommerce-Domain

Export nach dem Crawl:

  • Internal → HTML → Status Code: 200 → Bulk Export
  • Spalten für den Export: Address, Status Code, Title 1, Meta Description 1, H1-1, Inlinks, Unique Inlinks
  • Ergebnis: Die vollständige Liste aller indexierbaren Seiten

Zweiter Export für Filter-URLs:

  • Configuration → Exclusions: alles löschen
  • Configuration → URL: Custom → include URLs containing ?attribute_
  • Erneuter Crawl für Varianten-URLs

Google Search Console: Die Traffic-Priorisierung

Export: Performance → Suchen → Seiten → Exportieren (alle Zeilen)

Das Triage-System:

StufeKriteriumRedirect-Priorität
🔴 KritischMehr als 50 Klicks/MonatSofort – vor Go-Live
🔴 KritischURL hat Backlinks mit DR > 30Sofort – vor Go-Live
🟡 Wichtig10–50 Klicks/MonatVor Go-Live
🟡 WichtigURL im Hauptmenü oder Footer verlinktVor Go-Live
🟢 OptionalUnter 10 Klicks/Monat, keine BacklinksNach Go-Live nachholen

Mit Ahrefs, SEMrush oder Moz: Top Pages-Report exportieren. Filter: Domain Rating der verlinkenden Domain > 30. Das sind die URLs, bei denen ein fehlender Redirect am teuersten wird.

Phase 2: Das vollständige CSV-Template

Das ist das Template, das alle anderen Anleitungen schuldig bleiben: Eine vollständige, copy-paste-ready CSV-Datei, die alle gängigen WooCommerce-URL-Typen abdeckt.

Kopiere dieses Template und passe die Slugs an:

Redirect from,Redirect to
/produkt/mein-produkt/,/products/mein-produkt
/product/mein-produkt/,/products/mein-produkt
/produkt-kategorie/t-shirts/,/collections/t-shirts
/product-category/t-shirts/,/collections/t-shirts
/produkt-kategorie/t-shirts/seite/2/,/collections/t-shirts
/produkt-kategorie/t-shirts/page/2/,/collections/t-shirts
/produkt-tag/sale/,/collections/sale
/product-tag/sale/,/collections/sale
/blog/shopify/mein-beitrag/,/blogs/news/mein-beitrag
/mein-beitrag/,/blogs/news/mein-beitrag
/datenschutz/,/pages/datenschutz
/impressum/,/pages/impressum
/ueber-uns/,/pages/ueber-uns
/kontakt/,/pages/kontakt
/agb/,/pages/agb
/widerrufsrecht/,/pages/widerrufsrecht
/shop/,/collections/all
/warenkorb/,/cart
/kasse/,/checkout
/mein-konto/,/account
/seite/2/,/
/page/2/,/
/author/admin/,/blogs/news
/feed/,/blogs/news.atom

Wildcard-Redirects: Wenn Einzelzuordnung nicht reicht

Shopifys nativer Redirect-Manager unterstützt keine regulären Ausdrücke oder Wildcards. Für Muster-Redirects (/produkt/*/products/*) gibt es drei Wege:

Option 1: Alle Einzel-URLs in die CSV aufnehmen (empfohlen bis ca. 5.000 URLs) Dafür exportierst du alle WooCommerce-URLs und erzeugst die Shopify-Ziel-URLs per Formel in Google Sheets:

=SUBSTITUTE(SUBSTITUTE(A2,"/produkt/","/products/"),"/","",LEN(A2)-1)

Option 2: Shopify-App mit Wildcard-Unterstützung (ab ca. 5.000 URLs)

  • Redirect King: Unterstützt Pattern-Matching und Regex
  • Easy Redirects: Kostenfrei für Standard-Fälle

Option 3: Shopify Liquid-Redirect (für Entwickler) In der theme.liquid oder einer eigenen Snippet-Datei kann über JavaScript ein clientseitiger Pattern-Match eingebaut werden – SEO-technisch weniger ideal als serverseitige 301s, aber für Randfälle ausreichend.

Redirect Chains: Das stille SEO-Gift

Eine Redirect Chain entsteht, wenn URL A auf URL B redirectet, und URL B selbst wieder auf URL C redirectet:

/alter-produkt-slug/ → /produkt/alter-slug/ → /products/neuer-slug

Das klingt harmlos, kostet aber Linkautorität bei jedem Hop:

Anzahl HopsLinkautorität-ÜbertragungBewertung
1 (direkt A → C)~99 %✅ Optimal
2 (A → B → C)~85 %⚠️ Noch OK
3 (A → B → C → D)~72 %⚠️ Beheben
4+<60 %🚨 Dringend beheben

Chains entstehen typischerweise durch:

  • Alte Redirects aus früheren WooCommerce-Restrukturierungen, die noch aktiv sind
  • Redirects, die auf eine URL zeigen, die selbst bereits umgezogen wurde
  • Staging-Domain-Redirects die in Production verblieben sind

Wie erkennst du Chains? Screaming Frog → Reports → Redirect Chains → Export

Wie behebst du sie? Einfach: In der CSV den „Redirect from”-Eintrag lassen, aber den „Redirect to”-Eintrag direkt auf die finale Ziel-URL ändern. Kein Zwischenstopp mehr.

Phase 3: Redirects in Shopify einrichten

Methode 1: Manuell im Admin (bis 50 URLs)

Admin → Online Store → Navigation → URL Redirects → Add URL Redirect

Eingeben: „Redirect from” (alte URL ohne Domain, mit führendem /) und „Redirect to” (neue URL, ebenfalls mit /).

Häufige Fehler:

  • Führendes / vergessen: produkt/name statt /produkt/name
  • Trailing Slash falsch: Shopify normalisiert Trailing Slashes – teste beide Varianten
  • Auf eine andere Redirect-URL zeigen (Chain erzeugen)

Methode 2: Bulk-CSV-Import (50–100.000 URLs)

Der schnellste und verlässlichste Weg für große Mengen:

  1. Admin → Online Store → Navigation → URL Redirects
  2. „Import” → CSV-Datei auswählen
  3. Review: Shopify zeigt eine Vorschau der ersten Einträge
  4. Confirm: Import starten
  5. Fehlerreport prüfen: Nach dem Import zeigt Shopify eine Zusammenfassung mit erfolgreichen und fehlgeschlagenen Einträgen

Häufige Import-Fehler und ihre Lösung:

FehlermeldungUrsacheLösung
„Redirect from and redirect to are the same”Von- und Ziel-URL identischDoppelte oder fehlerhafte Zeile entfernen
„Redirect from is already used”URL bereits als Redirect vorhandenAlten Redirect überschreiben oder Zeile entfernen
„Invalid redirect to URL”Ziel-URL falsch formatiertFührendes / sicherstellen
Encoding-Fehler / Zeichen kaputtBOM in CSV-DateiGoogle Sheets statt Excel verwenden

Methode 3: Apps für komplexe Anforderungen

AppStärkePreisEmpfohlen für
Easy RedirectsEinfach, CSV-Import, kostenlosKostenlosStandard-Migrationen
Redirect KingWildcard-Patterns, Regexab 9 $/MonatShops mit Muster-URLs
MatrixifyAPI-basiert, Massenimportab 20 $/MonatSehr große Shops

Phase 4: Validierung vor dem DNS-Switch

Das ist der Schritt, den die meisten überspringen – und der am teuersten bezahlt wird.

Screaming Frog List Mode: Der richtige Testing-Ansatz

List Mode erlaubt es, Screaming Frog eine eigene URL-Liste zu geben, statt den Shop zu crawlen. Das ist perfect zum Testen aller Redirects vor dem Go-Live:

Schritt für Schritt:

  1. Screaming Frog → Mode → List
  2. Upload → deine exportierte WooCommerce-URL-Liste hochladen
  3. Wichtig: Als Crawl-Domain die passwortgeschützte Shopify-Domain angeben (z.B. https://dein-shop.myshopify.com)
  4. Crawl starten
  5. Im Ergebnis prüfen: Alle URLs sollten Status 200 zurückgeben (über den Redirect)
  6. URLs mit Status 404 = fehlende Redirects → sofort nachbessern
  7. Reports → Redirect Chains → auf mehrstufige Chains prüfen

HTTP-Header direkt prüfen (für einzelne URLs)

Mit curl in der Kommandozeile (Mac/Linux):

curl -I https://dein-alter-shop.de/produkt/mein-t-shirt/

Was du sehen musst:

HTTP/2 301
location: https://dein-neuer-shop.de/products/mein-t-shirt

Im Browser: Chrome DevTools → Network-Tab → URL aufrufen → ersten Request anklicken → Headers → Status Code: 301.

Die 5 kritischsten Prüfpunkte vor Go-Live

  1. Top-5-Traffic-Produkte: Einzeln testen – Status 301, korrekte Ziel-URL, kein Chain
  2. Top-3-Kategorien: Kollektionen in Shopify vorhanden und erreichbar?
  3. Homepage: Falls Domain gewechselt – alte-domain.de/neue-domain.de/?
  4. Rechtliche Seiten: /datenschutz/, /impressum/, /agb/ – Shopify Pages angelegt?
  5. Alle Backlink-URLs: URLs mit externen Links (DR > 30) einzeln verifiziert?

Phase 5: Nach dem DNS-Switch – 30 Tage Monitoring

Wer nach dem Go-Live aufhört, hat die wichtigste Phase verpasst.

Woche 1–2: Aktives Monitoring täglich

  • Täglich: Search Console → Coverage → Nicht gefunden (404) → exportieren und alle neuen 404-URLs sofort mit 301-Redirect versehen
  • Täglich: Organische Rankings der Top-10-Keywords prüfen (ein einfacher Screenshot reicht)
  • Täglich: Neue Bestellungen beobachten – ein starker Umsatzeinbruch deutet auf technische Probleme hin

Woche 3–4: Normalisierung beobachten

  • Wöchentlich: Organischer Traffic in GA4 vs. Vorperiode (Vorjahresvergleich wenn möglich, da saisonale Schwankungen)
  • Wöchentlich: Top-50-Rankings mit Ahrefs, Sistrix oder Search Console Performance

Was ist normal, was ist ein Problem?

MetrikNormal (Woche 1–4)Problem – sofort handeln
Organischer Traffic−5 bis −15 %>−40 % über 2 Wochen
Neue 404-Fehler/Woche<30 neue Fehler>200 neue Fehler/Woche
Indexierte Seiten (GSC)Leichter Rückgang>30 % Drop in 14 Tagen
Keyword-Rankings±3 Positionen>10 Positionen auf Top-Keywords

Neue 404-Fehler: Der Sofort-Workflow

Search Console → Abdeckung → Nicht gefunden (404) → Exportieren
→ Jede URL mit Traffic oder Backlinks: sofort 301-Redirect einrichten
→ In Shopify Admin → URL Redirects → Add URL Redirect
→ Nach 48 Stunden: in Search Console "Fehler beheben" → "Prüfung anfordern"

Nach 30 Tagen: Der große Redirect-Audit

  • Screaming Frog erneut auf die Shopify-Domain laufen lassen
  • Reports → Redirect Chains → noch vorhandene Chains bereinigen
  • Reports → Response Codes → 404 → verbleibende Fehlerseiten prüfen
  • Sitemap in Search Console erneut einreichen: „Sitemap abrufen” → „Neu abrufen anfordern”

Deine vollständige Redirect-Audit-Checkliste

Alle Phasen in einem interaktiven Tool – hake jeden Punkt ab, bevor du auf Go-Live drückst:

Redirect-Audit Checkliste

Vor dem DNS-Switch: alle Punkte abhaken

erledigt
🎉

Redirect-Audit abgeschlossen!

Alle Punkte erledigt – du kannst den DNS-Switch durchführen.

Die 5 häufigsten Redirect-Fehler und wie du sie vermeidest

Fehler 1: Redirect Chains aus alten WooCommerce-Restrukturierungen

Wenn dein Shop in der Vergangenheit mal eine URL-Umstrukturierung hatte (Permalink-Änderung, Kategorie umbenannt), gibt es wahrscheinlich bereits Redirects in der WooCommerce-Datenbank. Diese werden bei der Migration nicht automatisch berücksichtigt und erzeugen Chains in Shopify. Lösung: Vor dem CSV-Import alle WooCommerce-Redirects (Yoast SEO Redirects, Redirection Plugin) exportieren und in die Mapping-Tabelle integrieren.

Fehler 2: Trailing Slashes falsch behandelt

WooCommerce-URLs haben standardmäßig einen Trailing Slash (/produkt/name/), Shopify-URLs nicht (/products/name). Das führt zu einem häufigen Problem: Der Redirect von /produkt/name/ funktioniert, aber /produkt/name (ohne Slash) gibt 404 zurück. Shopify normalisiert Trailing Slashes intern, aber externe Backlinks können ohne Slash sein.

Lösung: Richte in der CSV beide Varianten ein:

/produkt/mein-produkt/,/products/mein-produkt
/produkt/mein-produkt,/products/mein-produkt

Fehler 3: Canonical-Tag-Konflikte nach der Migration

Shopify setzt automatisch Canonical Tags. Problem entsteht, wenn:

  • Shopify eine Produkt-URL auf /products/name setzt, aber der Redirect von /produkt/name/ auf /products/name/ (mit Slash) geht
  • Die Canonical zeigt dann auf eine URL, die selbst ein Redirect ist

Prüfe nach der Migration im Screaming Frog: Canonical URL ≠ Redirect-Ziel → Canonical muss immer die finale, kanonische URL sein.

Fehler 4: HTTP → HTTPS nicht vollständig

Shopify erzwingt HTTPS automatisch. Aber wenn deine WooCommerce-Domain HTTP-Versionen hatte, prüfe ob alle alten HTTP-URLs korrekt auf HTTPS redirecten. Das passiert über das SSL-Zertifikat in Shopify automatisch – aber prüfe explizit mit curl -I http://alte-domain.de/produkt/name/.

Fehler 5: WooCommerce-Varianten-URLs im Google-Index

WooCommerce-Filtervarianten (?attribute_pa_farbe=rot) wurden oft von Google gecrawlt und indexiert, obwohl sie eigentlich no-indexed sein sollten. Falls du sie in der Search Console siehst: Redirecte alle ?attribute_*-Parameter-URLs auf die Basis-Produkt-URL. Das bereinigt den Index gleichzeitig.

Deine Migration soll keine Ranking-Position kosten?

Lass uns gemeinsam schauen, was wir für deinen Online-Shop herausholen können.

Alle Fragen zum Thema 301-Redirects – beantwortet

Mindestens 12 Monate, besser dauerhaft. Google überträgt Linkautorität über 301-Redirects für ca. 12 Monate vollständig. Danach beginnt der Wert zu verfallen. Da Shopifys URL-Redirects keinen nennenswerten Performanceverlust verursachen und kaum Speicherplatz brauchen, gibt es keinen guten Grund sie je zu löschen – außer bei Shopifys Limit von 100.000 Einträgen, dann müssen die am wenigsten wertvollen priorisiert werden.

Nein, du musst nicht jede URL redirecten – aber du musst jede URL redirecten, die Traffic hatte oder Backlinks hat. Die Faustregel: Alle URLs mit mindestens 1 Klick in den letzten 12 Monaten (aus Google Search Console) und alle URLs mit externen Backlinks (aus Ahrefs/SEMrush). Reine Paginierungs-URLs ohne Traffic können 404 bleiben – Google wertet das als normales Crawl-Verhalten, nicht als Problem.

Eine Redirect Chain entsteht, wenn URL A auf URL B redirectet, und URL B selbst wieder auf URL C. Google folgt zwar Chains bis zu einer gewissen Tiefe, aber jeder zusätzliche Hop kostet Linkautorität: ca. 15 % pro Hop. 3+ Hops bedeuten, dass kaum noch Linkwert am Ziel ankommt. Außerdem verlängern Chains die Ladezeit für User. Erkenne Chains mit Screaming Frog (Reports → Redirect Chains) und behebe sie durch direkte 301s von A nach C.

Die häufigsten Ursachen: (1) UTF-8 mit BOM statt ohne BOM – verwende Google Sheets statt Excel. (2) Fehlende führende Slashes – /produkt/name statt produkt/name. (3) Duplikate in der CSV – jede 'Redirect from'-URL darf nur einmal vorkommen. (4) 'Redirect from' und 'Redirect to' sind identisch. (5) Spaltenüberschriften falsch – muss exakt 'Redirect from' und 'Redirect to' heißen. Shopify zeigt nach dem Import einen Fehlerreport – prüfe dort die genaue Fehlermeldung.

Drei Methoden: (1) Im Browser: alte URL eingeben, prüfen ob Shopify-Seite erscheint und die URL-Leiste die neue URL zeigt. (2) Screaming Frog List Mode: URL-Liste hochladen, gegen Shopify crawlen, alle sollten Status 200 zurückgeben. (3) Per Terminal: curl -I https://dein-shop.de/alte-url/ – in der Response muss 'HTTP/1.1 301 Moved Permanently' und der korrekte 'Location'-Header erscheinen.

Nein. 302-Redirects übertragen kaum Linkautorität, weil Google sie als temporär behandelt. Bei einer Migration handelt es sich immer um dauerhafte URL-Änderungen – dafür ist 301 der einzig richtige Status. Shopifys natives Redirect-System verwendet automatisch 301. Wenn eine externe App oder Liquid-Lösung 302s setzt, muss das sofort korrigiert werden.

Shopifys natives Redirect-Limit liegt bei 100.000 Einträgen. Bei größeren Shops gibt es drei Optionen: (1) Redirect King oder ähnliche Apps mit eigenem Datenspeicher nutzen, die über das Shopify-Limit hinausgehen. (2) Pattern-Matching in Shopify Liquid implementieren – ein JavaScript-Snippet erkennt URL-Muster und redirectet clientseitig (SEO-technisch etwas schwächer als 301). (3) Priorisieren: Nur Traffic- und Backlink-URLs im nativen System, Rest via App oder Liquid.

Ja, ein temporärer Rückgang von 5–15 % in den ersten 2 Wochen ist normal und kein Zeichen eines Problems. Google muss die alten URLs re-crawlen, den Redirects folgen, die neuen URLs indexieren und die Linkautorität übertragen – das dauert. Nach 4–6 Wochen sollten die Rankings auf Baseline oder besser zurück sein. Bleibt der Rückgang über −30 % nach 4 Wochen, suche nach fehlenden Redirects, Canonical-Problemen oder Indexierungsfehlern.

Mehrsprachige Shops (WPML, Polylang) haben doppelte Komplexität: Alle Sprachvarianten jeder URL brauchen Redirects auf die entsprechende Shopify-Sprachvariante. Außerdem müssen die hreflang-Tags in Shopify korrekt gesetzt werden – Shopify Markets oder eine Mehrsprachen-App übernimmt das, aber prüfe nach der Migration im Screaming Frog (unter Hreflang) ob alle Verweise korrekt sind und keine Redirects auf die hreflang-Ziel-URLs zeigen.

Ja, mit drei Maßnahmen: (1) Neue Sitemap sofort nach Go-Live in der Google Search Console einreichen und 'Abrufen' anfordern. (2) In der Search Console unter 'URL-Prüfung' deine Top-URLs manuell zur Indexierung einreichen. (3) Falls Domain gewechselt: Search Console bietet unter 'Adressänderung' eine offizielle Benachrichtigung an Google – das beschleunigt die Migration im Index. Diese Kombination kann die Erholungszeit von 6 auf 3–4 Wochen halbieren.

Teilen mit

Bereit für mehr Umsatz?

Lass uns gemeinsam herausfinden, wie wir deinen Online-Shop auf das nächste Level bringen können.

Erfahrungen & Bewertungen zu digitalsprung GmbH