ROAS berechnen: Was wirklich dahintersteckt
Der ROAS ist eine der wenigen Marketing-Kennzahlen, die direkt zeigt, ob Werbung Geld kostet oder Geld bringt. Return on Advertising Spend, kurz ROAS, setzt den erzielten Umsatz ins Verhältnis zu den Werbeausgaben. Die ROAS Formel ist simpel. Was dahintersteht, ist es nicht.
In der Praxis sehen wir täglich Shops, die einen ROAS von 4 feiern, während sie Verluste machen. Und andere, die bei ROAS 2 profitabel wachsen. Der Unterschied liegt nicht in der Formel, sondern darin, was du mit ihr berechnest.
Was der Break-Even ROAS ist, wie Ziel-ROAS in Google Ads und Meta Ads funktioniert, und warum der gemeldete ROAS oft nicht der echte ist: das alles steht hier, mit Formeln, Benchmarks und einem Rechner zum Mitmachen.
Was ist ROAS? Definition, Bedeutung und Abgrenzung als KPI
ROAS steht für Return on Advertising Spend, auf Deutsch: Rentabilität von Werbeausgaben. Als Marketing-KPI zeigt er dir kampagnengenau, wie viel Umsatz jeder investierte Werbe-Euro zurückbringt. Nicht Gewinn, nur Umsatz. Das ist der entscheidende Unterschied, denn ein hoher ROAS bedeutet nicht automatisch Profit.
Der ROAS eignet sich für Kampagnenvergleiche innerhalb eines Kanals, für Budget-Allokation zwischen Kampagnentypen, für die Identifikation schwacher Anzeigen und als Steuergröße für Smart-Bidding-Strategien (Ziel-ROAS). Er taucht in fast allen Werbetools auf: Google Ads, Meta Business Manager, TikTok Ads, Klaviyo, Triple Whale, Northbeam. Wer kanalübergreifend wertet, braucht ein klares Verständnis der ROAS Definition, sonst werden Äpfel mit Birnen verglichen.
ROAS berechnen: Die ROAS Formel mit Rechenbeispielen
Die ROAS Formel lautet:
ROAS = Werbeeinnahmen ÷ Werbeausgaben
Oder als Prozentwert:
ROAS (%) = (Werbeeinnahmen ÷ Werbeausgaben) × 100
Beispiel als Faktor: Du investierst 1.000 Euro in Google Ads und erzielst 4.000 Euro Umsatz.
ROAS = 4.000 € ÷ 1.000 € = 4
Für jeden investierten Euro kommen 4 Euro Umsatz zurück.
Als Prozentwert:
ROAS (%) = (4.000 € ÷ 1.000 €) × 100 = 400 %
Beide Darstellungen sind korrekt. Google Ads arbeitet intern mit Prozent (du gibst 500 % ein, meinst also ROAS 5), viele Reporting-Tools zeigen den Faktor. Wichtig ist Konsistenz innerhalb deiner Auswertungen.
Die einfache Formel unterschätzt die tatsächlichen Kosten. Wer sauber rechnet, zieht alle Werbekosten ein:
ROAS = Umsatz ÷ (Ad Spend + Agenturgebühren + Creative-Kosten + Tool-Kosten)
Ein Beispiel: Du gibst 2.000 Euro für Meta Ads aus, zahlst 800 Euro Agenturretainer und 200 Euro für Creative-Produktion. Erzielter Umsatz: 10.000 Euro.
ROAS = 10.000 € ÷ (2.000 + 800 + 200) € = 10.000 ÷ 3.000 = 3,33
Der gemeldete ROAS im Ads-Manager (nur Ad Spend) wäre 5,0, der echte ROAS liegt bei 3,33. Der Unterschied entscheidet darüber, ob die Kampagne profitabel ist.
ROAS, ROI und KUR: Drei Kennzahlen im Vergleich
ROAS hat zwei wichtige Verwandte: ROI und KUR. Die Unterschiede sind praxisrelevant:
| Kennzahl | Formel | Bezug | Wann sinnvoll? |
|---|---|---|---|
| ROAS | Umsatz ÷ Werbeausgaben | Werbung | Kampagnen-Optimierung, Plattformvergleich |
| ROI | (Gewinn - Kosten) ÷ Kosten | Gesamtes Investment | Unternehmensebene, Gesamtprofitabilität |
| KUR | Werbekosten ÷ Umsatz × 100 | Werbung | E-Commerce-Controlling, besonders im DACH-Raum |
Die KUR (Kosten-Umsatz-Relation) ist der Kehrwert des ROAS und im deutschsprachigen E-Commerce weit verbreitet, weil sie direkt zeigt, wie viel Prozent des Umsatzes die Werbung kostet.
KUR = 1 ÷ ROAS × 100
ROAS 4 → KUR 25 % (25 Cent Werbekosten pro 1 Euro Umsatz)
ROAS 5 → KUR 20 %
ROAS 10 → KUR 10 %
Der ROI geht weiter als ROAS: Er berücksichtigt alle Kosten (Produktion, Personal, Versand) und misst Gewinn statt Umsatz. Deshalb kann ein ROAS von 5 trotz negativem ROI vorkommen, wenn die Produktmarge zu niedrig ist.
Mehr zu den wichtigsten Shop-Metriken im Überblick: KPI Kennzahlen im Marketing.
Was ist ein guter ROAS? Benchmarks nach Branche und Kanal
Was ein guter ROAS ist, hängt von Branche, Kanal und Produktmarge ab. Eine einzige Zahl für alle gibt es nicht. Was es gibt: aktuelle Benchmark-Zahlen, nach denen du dich einordnen kannst.
ROAS Benchmarks nach Kanal (E-Commerce, 2025/2026):
| Kanal | Kampagnentyp | Ø ROAS Benchmark |
|---|---|---|
| Google Ads | Search | 4,5 bis 6,5 |
| Google Ads | Shopping | 3,0 bis 5,0 |
| Google Ads | Performance Max | 3,5 bis 5,5 |
| Google Ads | Display | 1,2 bis 2,0 |
| Meta Ads | Prospecting (Cold) | 1,5 bis 2,5 |
| Meta Ads | Retargeting | 3,5 bis 6,0 |
| TikTok Ads | Performance | 1,0 bis 2,5 |
| Amazon | Sponsored Products | 2,0 bis 4,0 |
| E-Mail (Klaviyo) | Flow/Campaign | 15 bis 40 |
ROAS nach Branche (Durchschnitt über alle Kanäle):
| Branche | Ø ROAS |
|---|---|
| Mode und Bekleidung | 2,5 bis 3,5 |
| Beauty und Kosmetik | 2,8 bis 4,2 |
| Elektronik | 1,8 bis 2,8 |
| Home und Living | 2,2 bis 3,5 |
| Sport und Outdoor | 2,5 bis 3,8 |
| Lebensmittel und Supplements | 2,0 bis 3,5 |
| B2B / Hochpreisig (ab 500 Euro AOV) | 1,5 bis 2,5 |
| Luxusgüter (ab 1.000 Euro AOV) | 1,2 bis 2,0 |
Der E-Commerce-Durchschnitt über alle Kanäle lag 2025 bei 2,87x (Quelle: Upcounting ROAS Report 2025). Google Search hat den höchsten ROAS durch starke Kaufabsicht. TikTok und Display haben den niedrigsten, weil Nutzer dort nicht aktiv nach Produkten suchen.
Break-Even ROAS berechnen: Dein Profitabilitäts-Minimum
Der Break-Even ROAS sagt dir, ab welchem ROAS eine Kampagne keinen Verlust mehr macht. Alles darunter verbrennt Geld. Die Formel ist einfach:
Break-Even ROAS = 1 ÷ Bruttomarge
Beispiele nach Marge:
| Bruttomarge | Break-Even ROAS | Empfohlener Ziel-ROAS |
|---|---|---|
| 70 % | 1,43 | 2,15 |
| 60 % | 1,67 | 2,50 |
| 50 % | 2,00 | 3,00 |
| 40 % | 2,50 | 3,75 |
| 30 % | 3,33 | 5,00 |
| 20 % | 5,00 | 7,50 |
| 15 % | 6,67 | 10,00 |
Der empfohlene Ziel-ROAS liegt ca. 50 % über dem Break-Even ROAS, um nach Steuern, Retouren und Schwankungen noch profitabel zu sein. Dieser Puffer ist Pflicht.
Deine Zahlen, dein Break-Even ROAS:
Google Shopping ROAS-Rechner
Berechne deinen Break-even ROAS und ob dein Budget realistisch ist – bevor du die erste Kampagne startest.
Empfehlung: min. €300–500/Monat zum Starten
Typisch: Mode 40–60 %, Elektronik 10–20 %
Deutscher E-Commerce Ø: ca. €75–120
Dein Ergebnis
* Berechnung basiert auf Ø CPC €0,50 (Shopping DE-Durchschnitt). Tatsächliche Werte hängen von Branche, Wettbewerb und Feed-Qualität ab.
Der Break-Even ROAS ist außerdem die Basis für den Ziel-ROAS in Google Ads. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Ziel-ROAS einrichten: Google Ads, Meta Ads und Performance Max
Der Ziel-ROAS (Target ROAS) ist eine Smart-Bidding-Strategie, bei der das System automatisch Gebote anpasst, um einen vorher definierten durchschnittlichen ROAS zu erreichen. Das klingt bequem. Es gibt aber Voraussetzungen, die viele übersehen.
Ziel-ROAS in Google Ads
Google benötigt für die Ziel-ROAS-Strategie ausreichend Conversion-Daten:
- Mindestens 15 Conversions in den letzten 30 Tagen (Standard Search/Shopping)
- Mindestens 50 Conversions pro Woche für Demand Gen und Hotel-Kampagnen
- Sauberes Conversion-Tracking mit Conversion-Werten (kein reines “Kauf”-Ziel ohne Wert)
Der Lernzeitraum dauert nach Aktivierung 1 bis 6 Wochen. In dieser Phase schwankt der ROAS stark. Budget nicht reduzieren, keine Strukturänderungen vornehmen.
Ziel-ROAS in Google Ads eingeben: Google Ads arbeitet in Prozent. Ziel-ROAS 5 = 500 %, Ziel-ROAS 4 = 400 %. Der erste Ziel-ROAS sollte nahe am Break-Even ROAS liegen und schrittweise erhöht werden.
Unser Artikel über Google Ads Gebotsstrategien erklärt die verschiedenen Smart-Bidding-Optionen und wann Ziel-ROAS die richtige Wahl ist.
Performance Max und ROAS
Performance Max-Kampagnen nutzen automatisch Ziel-ROAS als primäre Gebotsstrategie. Besonderheit: Das System verteilt Budget autonom über alle Google-Kanäle (Search, Shopping, Display, YouTube, Gmail, Discover). Deshalb ist es wichtig, den Ziel-ROAS realistisch zu setzen, nicht zu hoch, sonst schränkt das System den Reach zu stark ein.
Ziel-ROAS in Meta Ads
Meta nennt die Strategie “Highest Value” oder “ROAS Goal”. Voraussetzungen für den Algorithmus, um gut zu funktionieren: mindestens 50 Kauf-Events pro Woche pro Ad Set. Darunter lernt Meta zu langsam.
Außerdem: Meta misst im Standard mit 7-Tage-Klick plus 1-Tage-View-Attribution. Das führt zu höheren gemeldeten ROAS-Werten als Google (meist 30-Tage-Klick). Vergleiche nie direkt die ROAS-Werte aus beiden Plattformen ohne gleiche Attributionsfenster.
Warum Meta Ads für E-Commerce trotzdem unverzichtbar sind, zeigt unser Artikel über Meta Ads im E-Commerce.
ROAS Marketing: 7 Hebel für einen besseren ROAS
Ein höherer ROAS entsteht durch mehr Umsatz pro Werbe-Euro oder durch weniger Ausgaben bei gleichem Umsatz. Beides geht. Sieben Hebel, die in der Praxis tatsächlich etwas bringen:
1. Conversion Rate optimieren
Die Conversion Rate ist der stärkste Hebel. Steigt deine CR von 1,5 % auf 2,5 %, steigt der ROAS ohne einen einzigen Cent mehr Werbeausgaben. Shopify-Shop-Optimierungen an Produktseiten, Checkout und Trust-Elementen haben direkten ROAS-Einfluss. Unser Leitfaden zur Conversion Rate Berechnung und Optimierung liefert die Grundlage.
2. Durchschnittlichen Bestellwert steigern
Mehr Umsatz pro Bestellung bei gleichem Traffic bedeutet direkt mehr ROAS. Upsell-Angebote im Checkout, Bundles und Mindestbestellwerte für Gratisversand erhöhen den AOV. Mit einem AOV von 80 statt 60 Euro steigt dein ROAS bei gleichem Ad Spend um 33 %.
3. Negative Keywords konsequent pflegen
Irrelevanter Traffic verbrennt Budget und senkt den ROAS. Im Google Shopping oder Search Umfeld: wöchentliche Suchanfragen-Berichte prüfen, irrelevante Terms als Negativ-Keywords hinzufügen. Zehn Stunden in Keyword-Hygiene investiert zahlt sich schneller aus als jede Gebotsstrategie.
4. Budgetverteilung nach ROAS-Leistung
Skaliere Kampagnen und Anzeigengruppen mit überdurchschnittlichem ROAS, reduziere Budget bei unterdurchschnittlichen. Klingt trivial, wird aber in der Praxis zu selten konsequent umgesetzt. Wöchentliche ROAS-Reviews nach Kampagne, Zielgruppe und Produkt sind Pflicht.
5. Retargeting ausbauen
Retargeting-Kampagnen haben strukturell höheren ROAS als Prospecting, weil Nutzer bereits Kaufabsicht gezeigt haben. Separate Budgets für Retargeting (Warenkorbabbrecher, Produktseitenbesucher, frühere Käufer) führen zu ROAS-Werten, die den Gesamt-Account-Durchschnitt deutlich anheben.
6. Saisonale Anpassungen einplanen
ROAS schwankt saisonal stark: Q4 (Oktober bis Dezember) bringt im deutschen E-Commerce in der Regel den höchsten ROAS, Januar und Februar den niedrigsten. Budgets und Ziel-ROAS-Werte sollten saisonal angepasst werden, nicht einmal jährlich gesetzt und vergessen.
7. Produktauswahl in Kampagnen optimieren
Nicht alle Produkte eignen sich für bezahlte Werbung. Produkte mit niedriger Marge, hoher Retourenquote oder zu niedrigem AOV können den ROAS strukturell limitieren. Analysiere regelmäßig, welche Produkte deinen Account-ROAS nach oben und welche nach unten ziehen.
ROAS Google Ads und Meta: Warum dein ROAS lügt
Die häufigsten ROAS-Fehler passieren nicht beim Berechnen, sondern beim Interpretieren. Vier Fallen, in die fast jeder Shop irgendwann tappt:
Attributionsfehler
Jede Plattform misst Conversions nach eigenen Attributionsregeln:
| Plattform | Standard-Attributionsfenster |
|---|---|
| Google Ads | 30 Tage Klick, 1 Tag View |
| Meta Ads | 7 Tage Klick, 1 Tag View |
| TikTok Ads | 7 Tage Klick, 1 Tag View |
| GA4 (letzter Klick) | Nur letzter Klickkanal |
Ein Kunde klickt auf eine Meta-Anzeige (Tag 1), sucht drei Tage später bei Google (klickt auf Google-Anzeige), und kauft. Meta meldet eine Conversion. Google auch. Der tatsächliche ROAS ist in beiden Plattformen zu hoch. Lösung: Cross-Channel-Reporting über GA4 oder ein Attributionstool wie Triple Whale, Northbeam oder Tracify.
Doppelte Conversion-Zählung
Wenn auf der Bestellbestätigunsseite kein Duplikat-Schutz aktiv ist, wird jeder Seiten-Reload als neue Conversion gezählt. Das passiert häufiger als man denkt und treibt den gemeldeten ROAS künstlich in die Höhe.
iOS-Datenverlust
Seit iOS 14.5 (2021) fehlen Meta Ads gut 20 bis 40 % der tatsächlichen Conversions im Reporting, weil viele iPhone-Nutzer dem Tracking nicht zustimmen. Der gemeldete ROAS ist deshalb systematisch niedriger als der tatsächliche. Meta’s Conversions API (Server-Side-Tracking) kompensiert einen Teil des Verlustes.
ROAS ohne Retouren
Ein Kunde kauft für 200 Euro und retourniert 150 Euro. Gemeldeter ROAS auf Basis von 200 Euro Umsatz. Tatsächlicher ROAS auf Basis von 50 Euro Nettoumsatz. In retourenintensiven Branchen (Mode: 30 bis 50 %) kann dieser Fehler den ROAS um den Faktor 2 bis 4 verfälschen.
Wann ein niedriger ROAS trotzdem richtig ist
Ein ROAS unter Break-Even ist nicht automatisch ein Fehler. Es gibt Situationen, in denen er strategisch Sinn macht.
Neukundenakquise und Customer Lifetime Value
Wenn ein Neukunde beim ersten Kauf bei ROAS 2 einkauft, aber über Folgebestellungen einen Lifetime Value von 400 Euro erreicht, rechnet sich der Erstkauf trotzdem. Der Customer Lifetime Value ist die wichtige Ergänzung zum ROAS, wenn Kundenbindung Teil der Wachstumsstrategie ist.
Marken-Launch und Awareness
Bei Markt-Einführungen oder dem Launch neuer Produktlinien steht Awareness vor kurzfristiger Rentabilität. Hier misst du besser Brand-Search-Wachstum und Direct Traffic als ROAS.
Brand vs. Non-Brand
Brand-Keywords erreichen typischerweise ROAS 10 bis 40, Non-Brand-Keywords 2 bis 5. Wer beides zusammen betrachtet, bekommt ein verzerrtes Bild. Separate Kampagnen und separate ROAS-Ziele nach Kampagnentyp sind deshalb keine Option, sondern Pflicht.
Saisonale Investitionsphasen
Vor der Hochsaison kann Neukundenakquise unter Break-Even sinnvoll sein, wenn diese Kunden im Q4 mit höherem ROAS wiederkaufen. Wer im September investiert, holt das im November zurück.
ROAS im Google Shopping und anderen Kanälen
Google Shopping ROAS unterscheidet sich von Search: keine direkte Keyword-Kontrolle, dafür direkte Produktsichtbarkeit mit Bild und Preis. Durchschnitt im deutschen Google Shopping liegt bei 3,0 bis 5,0. Der wichtigste Optimierungshebel ist Feed-Qualität (Titel, Bilder, GTINs), nicht das Gebot. Unser Guide zu Google Shopping einrichten und optimieren geht tiefer in Kampagnenstruktur und Feed-Optimierung.
Google Ads generell profitiert von exakter Conversion-Messung. Was CPCs im Verhältnis zum ROAS bedeuten, erklärt unser Artikel zu Google Ads Kosten.
Amazon Sponsored Products erreichen im Schnitt ROAS 2,0 bis 4,0, je nach Kategorie und Wettbewerb. Amazon misst nach Last-Klick innerhalb von 14 Tagen, was den ROAS tendenziell etwas niedriger darstellt als bei Google.
E-Mail-Flows über Klaviyo haben mit Abstand den höchsten ROAS aller Kanäle, oft zwischen 15 und 40. Der Grund: keine direkten Klickkosten, und die Audience besteht aus bestehenden Käufern oder sehr engagierten Interessenten. E-Mail-ROAS ist deshalb nicht mit Paid-Media-ROAS vergleichbar, aber als Benchmark für Budget-Priorisierung sehr nützlich.
ROAS optimieren lassen?
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ROAS Scoreboard: Regelmäßiges Tracking aufbauen
Einmalig ROAS berechnen reicht nicht. Wer Kampagnen wirklich steuern will, trackt auf mehreren Ebenen:
| Ebene | Frequenz | Ziel |
|---|---|---|
| Kanal-ROAS (Google, Meta, TikTok) | Wöchentlich | Budget-Allokation |
| Kampagnen-ROAS | Wöchentlich | Kampagnen-Optimierung |
| Produkt-ROAS | Monatlich | Produkt-Portfolio-Entscheidungen |
| Gesamt-ROAS (inkl. alle Kosten) | Monatlich | Profitabilität |
| Break-Even vs. Ist-ROAS | Monatlich | Strategische Steuerung |
Ein einfaches Scoreboard in Google Sheets oder Notion, das automatisch aus dem Ads-Manager gefüllt wird, reicht für die meisten Shops. Tools wie Triple Whale, Northbeam oder Tracify automatisieren das und ergänzen Attribution-Korrekturen.
ROAS steht für Return on Advertising Spend, auf Deutsch Rentabilität von Werbeausgaben. Die ROAS Bedeutung als KPI: Er misst, wie viel Umsatz jeder investierte Werbe-Euro zurückbringt. ROAS 4 bedeutet 4 Euro Umsatz pro 1 Euro Werbeausgabe.
Die ROAS Formel lautet: ROAS = Werbeeinnahmen ÷ Werbeausgaben. Beispiel: 5.000 Euro Umsatz durch 1.000 Euro Werbekosten ergibt ROAS 5. Als Prozent: (5.000 ÷ 1.000) × 100 = 500 %. Für eine saubere Berechnung solltest du alle Werbekosten einrechnen, also Ad Spend, Agenturgebühren und Creative-Kosten.
Ein guter ROAS hängt von deiner Produktmarge ab. Faustregel: Der ROAS muss über dem Break-Even ROAS liegen (= 1 ÷ Bruttomarge). Bei 40 % Marge ist der Break-Even ROAS 2,5, ein guter ROAS wäre ab 3,75. Im E-Commerce-Durchschnitt über alle Kanäle lag der ROAS 2025 bei 2,87x. Google Search erreicht im Schnitt 4,5 bis 6,5, Meta Ads Retargeting 3,5 bis 6,0.
Der Break-Even ROAS ist der ROAS-Wert, ab dem eine Kampagne keinen Verlust mehr macht. Formel: Break-Even ROAS = 1 ÷ Bruttomarge. Bei 50 % Marge liegt der Break-Even ROAS bei 2,0. Das bedeutet: Jeder ROAS unter 2,0 verbrennt Geld. Der empfohlene Ziel-ROAS sollte mindestens 50 % darüber liegen.
Der Ziel-ROAS in Google Ads ist eine Smart-Bidding-Strategie, bei der Google automatisch Gebote anpasst, um einen vordefinierten durchschnittlichen ROAS zu erreichen. Voraussetzung: mindestens 15 Conversions mit Conversion-Werten in den letzten 30 Tagen. In Google Ads wird der Ziel-ROAS als Prozentwert eingegeben, also 400 % für ROAS 4.
ROAS misst das Verhältnis von Werbeumsatz zu Werbeausgaben, ohne Produktkosten oder andere Unternehmenskosten. ROI (Return on Investment) misst den Gesamtgewinn im Verhältnis zu allen Kosten. Ein ROAS von 5 kann trotz negativem ROI vorliegen, wenn die Produktmarge zu niedrig ist. Für operative Kampagnen-Entscheidungen ist ROAS die richtige Kennzahl, für strategische Profitabilitätsentscheidungen der ROI.
KUR (Kosten-Umsatz-Relation) ist der Kehrwert des ROAS: KUR = 1 ÷ ROAS × 100. ROAS 4 entspricht KUR 25 %. Beide Kennzahlen messen das gleiche Verhältnis, nur aus unterschiedlicher Perspektive. KUR ist im deutschen E-Commerce-Controlling gebräuchlicher, ROAS wird von Werbetools wie Google Ads und Meta Ads standardmäßig verwendet.
Meta Ads verwendet als Standardattribution 7-Tage-Klick plus 1-Tage-View. Das bedeutet, eine Conversion wird Meta zugeschrieben, wenn der Nutzer in den letzten 7 Tagen auf eine Anzeige geklickt oder in den letzten 24 Stunden eine Anzeige gesehen hat, auch wenn er den Kauf über eine Google-Suche abschloss. GA4 (Last-Click) schreibt die Conversion nur dem letzten Klickkanal zu. Beide Werte sind korrekt, messen aber unterschiedliche Dinge.
Die effektivsten Hebel: Conversion Rate optimieren (stärkster Hebel), durchschnittlichen Bestellwert erhöhen, negative Keywords pflegen, Budget zu starken Kampagnen verschieben, Retargeting ausbauen, Produktauswahl in Kampagnen optimieren und saisonale Schwankungen einplanen. Ein gutes Conversion-Tracking ist die Voraussetzung für alle anderen Optimierungen.
Ja, in bestimmten Situationen. Bei Neukundenakquise mit hohem Customer Lifetime Value kann ein ROAS unter Break-Even im Erstkauf trotzdem profitabel sein. Bei Marken-Launches und Awareness-Kampagnen steht Reichweite vor kurzfristiger Rentabilität. Bei Brand-Awareness-Kampagnen misst man besser Brand-Search-Wachstum als ROAS.
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