4. Juli 2023

Shopify B2B Shop einrichten: Der komplette Guide 2026

Werner Strauch
Werner Strauch Geschäftsführer & E-Commerce Stratege
Shopify B2B Shop einrichten, Glassmorphism Illustration mit B2B Commerce Elementen

2025 hat Shopify seine nativen B2B-Funktionen auf alle Tarife ausgeweitet. Großhandelspreise, Firmenprofile und Zahlungsbedingungen sind damit nicht mehr ausschließlich Shopify Plus vorbehalten.

Das ändert viel. Wer einen Shopify B2B Shop aufbauen will, hat heute mehr Optionen als je zuvor, und muss weniger ausgeben als früher.

Dieser Guide zeigt alle vier Wege, erklärt die Unterschiede zwischen Shopify B2B auf Standard-Tarifen und Shopify Plus B2B, und hilft dir, die richtige Entscheidung für dein Business zu treffen.


Was ist Shopify B2B?

Shopify B2B bezeichnet alle Funktionen und Lösungen auf der Shopify-Plattform, mit denen du Produkte und Dienstleistungen an Geschäftskunden verkaufst statt an Endverbraucher. B2B steht für Business-to-Business, also den Handel zwischen Unternehmen.

Der Shopify B2B Shop unterscheidet sich vom klassischen D2C-Shop in mehreren Punkten:

  • Geschäftskunden kaufen nach rationalen Kriterien, nicht emotional
  • Der Entscheidungsprozess dauert länger und involviert mehrere Personen
  • Preise werden individuell vereinbart oder staffeln sich nach Menge
  • Nettoeinkauf und Zahlungsziele (Rechnung, Net-30, Net-60) sind Standard
  • Mindestbestellmengen und Wiederbestellungen prägen das Einkaufsverhalten

Das hat sich 2025 verändert: Native B2B für alle Pläne

Shopify hat Anfang 2025 seine B2B-Grundfunktionen auf alle Tarife ausgeweitet, also Basic, Grow und Advanced. Wer einen Shopify B2B Shop erstellen will, braucht kein Plus mehr für den Einstieg. Folgende Funktionen stehen auf allen Plänen zur Verfügung:

  • Firmenprofile für Großhandelskäufer anlegen
  • Bis zu drei individuelle Kataloge mit eigenen Preislisten
  • Mengenrabatte und Mindestbestellmengen
  • Gespeicherte Zahlungsmethoden für B2B-Kunden
  • Zahlungsbedingungen (Rechnung, Vorkasse)

Shopify Plus erweitert das noch einmal deutlich. Dazu kommen wir im Abschnitt zu den Unterschieden.


Die 4 Wege zum Shopify B2B Shop

Es gibt mehrere Konzepte, um Shopify B2B einzurichten. Welches passt, hängt von deinem Umsatz, deiner Zielgruppe und dem Aufwand ab, den du bereit bist zu investieren.

Weg 1: Native B2B auf Standard-Tarifen (neu seit 2025)

Der direkteste Einstieg: Du nutzt die eingebauten B2B Shopify-Funktionen deines bestehenden Tarifs, ohne zusätzliche Apps zu kaufen.

Firmenprofile anlegen, individuelle Kataloge zuweisen, Zahlungsbedingungen festlegen. B2B-Kunden loggen sich über ein Firmenkonto ein und sehen direkt ihre Preise.

Passt für Händler, die B2B als Ergänzung zu D2C aufbauen, mit überschaubarer Kundenzahl und ohne komplexe ERP-Anforderungen. Die Grenze liegt bei drei Katalogen, kein individueller B2B-Checkout.

Weg 2: Blended Store (B2B und B2C in einem Shop)

Beim Blended Store laufen D2C und B2B im selben Shopify-Shop. Endkunden sehen reguläre Preise, B2B-Kunden loggen sich ein und sehen ihre Firmenpreise, Zahlungsbedingungen und Mindestbestellmengen.

Ein Inventar, eine Produktpflege, zwei Zielgruppen. Weniger Pflegeaufwand, aber mehr Komplexität bei Design und Checkout.

Vorteile: Ein Shop für alle Kunden, einheitlicher Lagerbestand, keine doppelten Theme- und App-Kosten.

Nachteile: Designkompromisse zwischen B2B- und B2C-Anforderungen, Marketing für zwei Zielgruppen aus einem Shop heraus aufwändiger, Rechtstexte müssen beide Seiten abdecken.

Weg 3: Separater B2B-Onlineshop

Zwei eigenständige Shops: dein bestehender D2C-Shop und ein dedizierter B2B-Shop Shopify, der nur für Geschäftskunden zugänglich ist. Passwortschutz oder Login-Pflicht lassen sich einfach umsetzen.

Design, Inhalte und Zielgruppenansprache sind vollständig trennbar. Dafür müssen Lagerbestand und Produktdaten über ein ERP oder eine Synchronisierungslösung konsistent gehalten werden.

Sinnvoll für Unternehmen mit klar getrennten Zielgruppen, eigenem Lagerverwaltungssystem und Budget für zwei Shop-Instanzen.

Weg 4: Shopify Plus B2B (native Enterprise-Lösung)

Shopify Plus B2B ist die umfassendste Option. Aus einem bestehenden Shop heraus entsteht eine separate, passwortgeschützte B2B-Storefront, zentral über dasselbe Dashboard verwaltet.

Was Plus zusätzlich mitbringt: unbegrenzte Kataloge und Preislisten, direkte Zuweisung zu Firmen und Standorten, Teilzahlungen und Anzahlungen nativ im Checkout, angepasster B2B-Checkout über Checkout Extensibility, Shopify Flow für Automatisierungen, 10-fach höhere API-Limits für ERP-Anbindungen.

Der Unterschied zu Weg 1 ist kein Feature-Upgrade. Es ist ein anderes Betriebsmodell: weniger manuelle Arbeit, mehr Automatisierung, Enterprise-fähige Integration.


Shopify B2B vs. Shopify Plus B2B: Die wichtigsten Unterschiede

FunktionStandard (alle Pläne)Shopify Plus
Firmenprofilejaja
Individuelle Katalogebis zu 3unbegrenzt
Mengenrabattejaja
Zahlungsbedingungenjaja, inkl. Teilzahlungen
Checkout-Anpassungneinvollständig
Shopify Flowneinja
ERP-Integration (API)Standard-Limits10x höher
B2B-StorefrontBlended Storeseparate Storefront
Preisab 36 €/Monatab ca. 2.100 €/Monat
SupportStandardMerchant Success Manager

Für die meisten Händler mit bis zu 50-100 B2B-Kunden und einfacher Preisstruktur reicht der Standard-Plan vollständig aus. Wenn du mehr als drei Preislisten brauchst, komplexe ERP-Anbindungen planst oder den Checkout individualisieren willst, ist Shopify Plus der richtige Schritt.

Unseren vollständigen Vergleich von Shopify Plus und den Standard-Plänen findest du im Artikel Shopify Plus vs. Shopify: Kosten, Funktionen und wann es sich lohnt.


Shopify B2B einrichten: So funktioniert es Schritt für Schritt

Schritt 1: Firmenprofile anlegen

Im Shopify-Adminbereich unter “Kunden” findest du seit 2025 den Bereich “Unternehmen”. Hier legst du Firmenprofile an:

  1. Unternehmen mit Name, Adresse und Steuer-ID erfassen
  2. Ansprechpartner dem Unternehmen zuweisen
  3. Standorte anlegen (für Firmen mit mehreren Lieferadressen)
  4. Zahlungsbedingungen pro Unternehmen festlegen

Ein Firmenprofil kann mehrere Kontaktpersonen mit unterschiedlichen Berechtigungen haben, zum Beispiel eine Einkäuferin, die Bestellungen aufgibt, und einen Buchhalter, der Rechnungen einsehen kann.

Schritt 2: Kataloge und Preislisten erstellen

Jeder B2B-Katalog in Shopify enthält eine Auswahl an Produkten mit eigener Preisgestaltung. Du kannst Preise fix eingeben, prozentuale Rabatte auf reguläre Preise vergeben oder Mengenrabatte definieren.

Auf Standard-Tarifen stehen dir drei Kataloge zur Verfügung. Shopify Plus ermöglicht unbegrenzte Kataloge, was bei größeren Händlern mit vielen Kundengruppen relevant wird.

Schritt 3: Shopify Nettopreise anzeigen

Im Shopify B2B Shop erwarten Geschäftskunden Nettoeinkaufspreise. Die Mehrwertsteuer entfällt für Unternehmen innerhalb der EU, wenn eine gültige USt-ID vorliegt.

So richtest du Shopify Nettopreise ein:

  • In den Steuereinstellungen “Preise ohne Steuer” für B2B-Kunden aktivieren
  • Tax-Exemption je Firmenprofil eintragen
  • Für EU-Kunden: VAT-ID-Validierung über eine App wie “Sufio” oder “Exemptify” einrichten

Schritt 4: B2B Checkout anpassen

Der Shopify B2B Checkout unterscheidet sich von einem D2C-Checkout vor allem durch Zahlungsziele. Kauf auf Rechnung, Net-30 und Net-60 sind im B2B-Handel Standard.

Auf Standard-Tarifen: Du kannst Zahlungsbedingungen im Firmenprofil hinterlegen. Der Checkout zeigt dem B2B-Kunden die vereinbarten Konditionen an.

Mit Shopify Plus: Du kannst den Checkout über Checkout Extensibility vollständig anpassen. Eigene Felder für Bestellnummern, Lieferdaten, interne Kostenstellen oder Genehmigungsprozesse sind damit umsetzbar. Wie ein optimierter Checkout zu mehr Conversions führt, zeigt unser Artikel über die Shopify Checkout-Optimierung.

Schritt 5: B2B Login einrichten

Der Shopify B2B Login funktioniert über Firmenkonten. B2B-Kunden erhalten eine Einladung per E-Mail und legen ihr Passwort selbst fest. Nach dem Login sehen sie ihren individuellen Katalog, Preislisten und vergangene Bestellungen.

Du kannst deinen Shop so konfigurieren, dass nicht eingeloggte Besucher Preise nicht sehen oder gar nicht auf Produkte zugreifen können. Das schützt sensible Preisgestaltung vor Mitbewerbern.


Shopify B2B Apps: Was brauchst du noch?

Auch mit nativen B2B-Funktionen gibt es Lücken, die Shopify B2B Apps schließen. Die wichtigsten Kategorien:

Rechnungserstellung und Buchhaltung

Shopify erstellt keine GOBD-konformen Rechnungen. Für den deutschen Markt brauchst du eine App wie Billbee, Lexoffice oder Sufio, die automatisch konforme Belege ausstellt und Steuer-IDs verarbeitet.

Mehr dazu in unserem Guide über Shopify Rechnung erstellen.

Mengenbestellungen und Schnellbestellung

Für B2B-Kunden, die regelmäßig große Mengen bestellen, sind Quick-Order-Apps sinnvoll. Sie ermöglichen das direkte Eingeben von Artikelnummern und Mengen ohne den regulären Produktseiten-Workflow.

Empfehlenswerte Apps: “Wholesale Order Form” oder “Quickorder”.

ERP-Integration

Wenn du Lagerbestand, Bestellungen und Kundendaten mit einem ERP-System synchronisierst, brauchst du eine Integration. Bei Standard-Tarifen reichen die API-Limits für mittelgroße Volumina. Bei hohem Datenvolumen oder Echtzeit-Sync wird Shopify Plus durch seine 10-fach höheren API-Limits relevant.

B2B-spezifische Shopify Apps im Überblick

Welche weiteren Apps deinen Shop voranbringen, zeigt unser Überblick über die besten Shopify Apps.


Lohnt sich Shopify Plus für meinen B2B Shop?

Die Frage stellt sich, sobald du mit den Standard-Features an Grenzen stößt. Der ROI-Rechner hilft dir dabei, die Entscheidung mit echten Zahlen zu treffen:

ROI-Rechner

Lohnt sich Shopify Plus fuer dein Business?

Berechne, ob sich das Upgrade auf Shopify Plus finanziell rechnet – basierend auf deinen aktuellen Zahlen.

Dein aktueller Online-Jahresumsatz in Euro

Zusaetzliche Transaktionsgebuehr neben Payment-Fees

Checkout Extensibility hebt die CR typisch um 10-20 %

Dein aktueller Shopify-Plan

Mehrkosten Plus / Jahr

Plus () minus aktuell ()

Transaktions-Ersparnis / Jahr

~50 % weniger Transaktionsgebuehren mit Plus

Checkout-Uplift / Jahr

Durch bessere Checkout Conversion Rate

Netto-ROI / Jahr

Ersparnis + Uplift − Mehrkosten

Upgrade lohnt sich aktuell nicht

Bei deinem aktuellen Umsatz uebersteigen die Mehrkosten den Nutzen. Fokussiere dich erst auf Umsatzwachstum – ab ca. 800k-1M Jahresumsatz wird Plus typischerweise interessant.

Knapp positiver Business Case

Der ROI ist positiv, aber duenn. Pruefe, ob du die Checkout-Optimierung wirklich umsetzen kannst. Features wie B2B, Scripts und Launchpad koennen den Case weiter staerken.

Deutlich positiver ROI

Shopify Plus rechnet sich klar fuer dein Business. Die Kombination aus geringeren Transaktionsgebuehren und besserem Checkout ergibt einen soliden Business Case.

Starker Business Case fuer Plus

Bei deinem Umsatzvolumen ist Shopify Plus ein No-Brainer. Neben dem finanziellen ROI profitierst du von dediziertem Support, erweiterten APIs und Enterprise-Features.

* Richtwerte basierend auf Shopify-Preisen 2026. Die tatsaechliche Transaktionsersparnis haengt vom Payment-Gateway ab. Checkout-Uplift variiert je nach Branche und Optimierungsgrad. Plus-Preise koennen bei hohem GMV verhandelt werden.

Shopify Plus lohnt sich für deinen B2B Shopify, wenn du mehr als drei Preislisten brauchst, den B2B-Checkout mit eigenen Feldern oder Genehmigungsworkflows anpassen willst oder eine ERP-Anbindung mit hohem Datenvolumen oder Echtzeit-Synchronisierung planst.

Kosten und Amortisierung von Shopify Plus erklären wir ausführlich im Artikel Was kostet Shopify?.


Darauf kommt es bei einem erfolgreichen Shopify B2B Shop an

Zielgruppe kennen und anders ansprechen

B2B-Kunden kaufen nicht impulsiv. Sie suchen gezielt nach Lösungen, vergleichen Anbieter und präsentieren Optionen intern. Dein B2B Shopify Shop muss informieren, bevor er verkauft.

Technische Produktdetails, Datenblätter zum Download, Zertifikate, klare Mindestbestellmengen und ein direkter Ansprechpartner für Rückfragen. Wer das auf der Produktseite hat, gewinnt das Vertrauen von Einkaufsentscheidern.

Benutzerverwaltung mit mehreren Rollen

Im B2B-Shop Shopify kaufen oft mehrere Personen aus demselben Unternehmen: ein Einkäufer legt Bestellungen an, ein Vorgesetzter gibt frei, der Buchhalter braucht Zugang zu Rechnungen.

Shopify B2B unterstützt mehrere Kontaktpersonen pro Firmenprofil mit unterschiedlichen Berechtigungen. Weniger Rückfragen, reibungsloserer Bestellprozess.

Flexible Preisgestaltung von Anfang an planen

Im Shopify Großhandel sind starre Preislisten selten. Kunden mit höherem Volumen, längerer Laufzeit oder enger Geschäftsbeziehung bekommen andere Konditionen. Plane das von Anfang an in deine Katalogstruktur ein.

Native Kataloge bilden mehrere Preisstufen ab. Shopify Plus ermöglicht zusätzlich kundenspezifische Preise auf Einzelkundenbasis.

Versand und Logistik nicht vergessen

B2B-Bestellungen haben andere Versandanforderungen als D2C. Paletten statt Pakete, Speditionsversand, Lieferscheine und Abholung am Lager sind typische Szenarien. Konfiguriere deine Versandoptionen von Beginn an auf die Anforderungen deiner Geschäftskunden. Welche Versandlösungen sich für Shopify eignen, zeigt unser Artikel zu Versanddienstleister Apps auf Shopify.

SEO für B2B-Shops: Andere Keywords, andere Intention

B2B-Kunden suchen anders als Endverbraucher. Begriffe wie “Großhandel”, “Mengenabnahme”, “B2B Lieferant” oder produktspezifische technische Begriffe dominieren die Suchanfragen. Optimiere deine Produktseiten und Kategorietexte entsprechend. Wie das auf Shopify funktioniert, zeigt unser Shopify SEO-Leitfaden.


B2B Shop erstellen lassen vs. selbst einrichten

Die Grundkonfiguration eines B2B Shop auf Shopify geht ohne Entwicklerkenntnisse: Firmenprofile, Kataloge, Zahlungsbedingungen lassen sich im Adminbereich selbst einrichten.

Entwicklerunterstützung braucht man, wenn der Checkout individuell angepasst werden soll (Shopify Plus), eine ERP- oder CRM-Anbindung entwickelt werden muss, Bestellformulare oder Genehmigungsworkflows gefragt sind oder das Design professionell umgesetzt werden soll.

Wer schnell starten will, richtet die Grundfunktionen selbst ein. Wer von Anfang an auf Skalierung ausgelegt ist, spart sich später den technischen Umbau und lässt den B2B Shop erstellen lassen.


Checkliste: Das musst du vor dem Launch deines Shopify B2B Shops klären

Shopify B2B Launch-Checkliste

Alles, was du vor dem Start deines B2B Shops auf Shopify klären musst.

  • Konzept entschieden: Blended Store, separater Shop oder Shopify Plus B2B?
  • Firmenprofile angelegt und Kataloge zugewiesen?
  • Individuelle Preislisten pro Kundengruppe konfiguriert?
  • Shopify Nettopreise und USt-ID-Validierung eingerichtet?
  • Zahlungsbedingungen (Rechnung, Net-30, Net-60) konfiguriert?
  • B2B Login getestet: Sehen Kunden die richtigen Preise?
  • Rechnungserstellung GOBD-konform (App oder eigene Lösung)?
  • Versandoptionen auf B2B-Anforderungen abgestimmt?
  • ERP- oder Lagerverwaltungssystem angebunden?
  • Checkout-Anpassungen (Bestellnummer, Kostenstelle) geplant?
  • Rechtliche Anforderungen geprüft: AGB, Impressum, Datenschutz für B2B?
  • Mindestbestellmengen und Mengenrabatte hinterlegt?

Shopify B2B einrichten, ohne Umwege

Wir analysieren deine Anforderungen und sagen dir direkt: welcher Plan passt, welche Apps du brauchst und was der realistische Aufwand ist. Kein Pitch, nur konkrete Einschätzung.


Ja. Seit 2025 stellt Shopify native B2B-Grundfunktionen auf allen Tarifen bereit, einschließlich Basic, Grow und Advanced. Du kannst Firmenprofile anlegen, bis zu drei individuelle Kataloge mit eigenen Preislisten erstellen und Zahlungsbedingungen festlegen. Shopify Plus bietet darüber hinaus unbegrenzte Kataloge, einen anpassbaren B2B-Checkout und tiefere ERP-Integration.

B2B-Kunden sehen individuelle Preislisten statt regulärer Endverbraucherpreise, können auf Rechnung oder mit Zahlungszielen einkaufen und werden über ein Firmenkonto verwaltet. B2C-Shops sind für Privatkunden mit festen Preisen, ohne Registrierungspflicht und mit klassischen Zahlungsmethoden ausgelegt.

Shopify Nettopreise für B2B-Kunden werden über die Steuereinstellungen im Adminbereich konfiguriert. Du aktivierst 'Preise ohne Steuer' für das jeweilige Firmenprofil und trägst die USt-ID des Kunden ein. Für automatische USt-ID-Validierung bei EU-Kunden empfiehlt sich eine App wie Exemptify oder Sufio.

Der günstigste Einstieg in Shopify B2B liegt bei 36 Euro pro Monat (Basic-Plan) mit nativen B2B-Grundfunktionen. Für komplexere Anforderungen kommt Shopify Plus ab ca. 2.100 Euro pro Monat infrage. Hinzu kommen Kosten für Apps (50 bis 500 Euro pro Monat) und einmalige Entwicklungskosten für individuelle Anpassungen (2.000 bis 40.000 Euro, je nach Umfang).

Ja, das nennt sich Blended Store. B2B-Kunden loggen sich über ihr Firmenkonto ein und sehen ihre individuellen Preise, während Endkunden den regulären Shop sehen. Beide Zielgruppen nutzen dasselbe Inventar. Der Nachteil: Design und Checkout müssen beide Zielgruppen bedienen, was Kompromisse erfordert.

Für den Einstieg brauchst du im Wesentlichen eine App für GOBD-konforme Rechnungserstellung (z.B. Billbee oder Lexoffice) und je nach Bedarf eine USt-ID-Validierungs-App (Exemptify, Sufio). Für Schnellbestellungen und Mengenbestellformulare gibt es spezialisierte B2B-Apps wie Wholesale Order Form. Auf Standard-Tarifen sind viele Grundfunktionen bereits ohne App nutzbar.

Nicht zwingend, aber bei hohem Bestellvolumen oder mehreren Verkaufskanälen empfiehlt es sich. Ein ERP synchronisiert Lagerbestand, Bestellungen und Kundendaten zwischen deinem B2B-Shop und anderen Systemen. Bei Standard-Tarifen reichen die API-Limits für mittelgroße Volumina. Bei Shopify Plus stehen 10-fach höhere Limits zur Verfügung, die Echtzeit-Synchronisierung ermöglichen.

B2B-Kunden erhalten eine Einladungsmail und legen ein persönliches Passwort fest. Nach dem Login sehen sie ihren zugewiesenen Katalog, individuelle Preise, vergangene Bestellungen und Rechnungen. Mehrere Kontaktpersonen aus demselben Unternehmen können mit unterschiedlichen Berechtigungen (Bestellen, Genehmigen, Rechnung einsehen) angelegt werden.

Shopify Plus lohnt sich für B2B, wenn du mehr als drei individuelle Preislisten benötigst, den Checkout mit eigenen Feldern oder Genehmigungsworkflows anpassen willst oder eine ERP-Anbindung mit hohem Datenvolumen planst. Als Faustregel gilt: ab ca. 1 bis 2 Mio. Euro B2B-Jahresumsatz wird Shopify Plus durch niedrigere Transaktionsgebühren und Effizienzgewinne wirtschaftlich interessant.

Der Shopify Großhandelskanal (Wholesale Channel) ist eine ältere Funktion aus der Zeit, bevor Shopify native B2B-Features eingeführt hat. Er ist nur für Shopify Plus verfügbar und erstellt eine passwortgeschützte Storefront auf Basis des bestehenden Shops. Die neuere 'B2B on Shopify'-Funktion ist flexibler und wird von Shopify aktiv weiterentwickelt. Für neue Projekte empfehlen wir den nativen B2B-Ansatz statt des Großhandelskanals.


Fazit: Shopify B2B einrichten in 2026

Shopify B2B ist kein Spezialthema mehr. Mit nativen Features auf allen Tarifen ist der Einstieg in den Großhandel auch ohne Plus möglich.

Wer am Anfang steht, startet mit den Grundfunktionen auf dem Standard-Plan. Wer mehr als drei Preislisten braucht, den Checkout anpassen oder ein ERP anbinden will, kommt früher oder später an Shopify Plus nicht vorbei.

Die Frage ist meistens nicht ob, sondern wann. Wir helfen dabei, den richtigen Zeitpunkt zu finden.

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